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Israelitischer Jugendfreund · 1898-01-01 · 7 (1898) · p. Seite 108

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
4 (1898)
Issue
7 (1898)
Date
1898-01-01
Page
Seite 108 (sequence 14)
Language
German
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108 Der Garten- und Blumenfreund. Mein gleichnamiger Aufsatz in No. 6 hat gar viele meiner jungen Freunde anscheinend lebhaft interessiert. Die vielen Zuschriften und Anfragen geben mir deshalb Veranlassung, jeden Monat in einem kleinen Aufsatz über die Garten- und Blumenpflege Euch mit den Obliegenheiten vertraut zu machen, deren Erfüllung notwendig ist, wenn Ihr von Eurem Gärtchen den gewünschten Erfolg haben wollt. Ich greife ans der Menge der mir zugegangenen Anfragen die eines lieben Lesers heraus und will ihm hiermit antworten: Lieber Martin! Damit die Laube in Deinem Garten recht bald Schatten biete, ist es notwendig, dass der Boden um die Laube tüchtig aufgegraben werde, damit die Bilanzen recht gutes Erdreich erhalten. Ist die Erde dort gar zu schlecht, so muss andere bessere hingebracht werden. Es kommt nun darauf an, ob Du ausdauernde oder einjährige Schlingpflanzen hin setzen willst. Am einfachsten ist es, Du legst längs der Laube zu Ende April Bohnen und lässt die Pflanzen an Fäden oder am Gitterwerk emporranken. Auch Zierkürbisse machen sich seinschön. Zwischen diese Pflanzen kannst Du nun ausdauernde, z. B. Epheu, setzen. Nach ein oder zwei Jahren sind die ausdauernden Schlingpflanzen so herangewachsen, dass sie allein die Laube beschatten und keine Bohnen mehr angepflanzt werden müssen. Es giebt auch noch eine einjährige Pflanze, die dem Epheu zum Verwechseln ähnlich sieht, sie ist unter dem botanischen Namen C'occinia indica bekannt. Der wilde AVein giebt ebenfalls eine recht schöne Belaubung; seine Blätter färben sich im Herbste rot. Im April legst Du einige Zweige des wilden "Weines in den Boden, giesst sie gut an, und schon nach 2 bis 3 Jahren ist Deine Laube von ihm beschattet. Bei dem Samenhändler erhälst Du für wenige Pfennige auch noch andere Arten von Schlingpflanzen. Doch was Du auch immer wählest, Hauptbedingung ist, dass Du recht oft, womöglich täglich naclisiehest, ob die Zweige sich auch schön verflechten. Ist das nicht der Fall, so heisst es: nach helfen. Man bindet die Zweige an die Fäden oder an das Lattengestelle der Laube locker mit Bast an; denn wollte man die Zweige fest anbinden, so würde man sie am "Wachstum hindern. Hoffentlich bist Du mit dem Erfolg Deiner Pflanzung recht sehr zufrieden. Übrigens bin ich stets gern bereit, Dir jedenn gewünschten Bat zu erteilen. Mit besten Gruss Tante Ida.

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