Mannheim
Compact Memory

Israelitischer Jugendfreund · 1898-01-01 · 7 (1898) · p. Seite 103

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
4 (1898)
Issue
7 (1898)
Date
1898-01-01
Page
Seite 103 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/9620171-9622086-9622215--0999-9622224
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

103 „Er ist aber -er König, und als solchen haben wir ihn zu achten und^zu ehren- Wäre er dieses Platzes nicht wert, Gott hätte ihn nicht dazu gelangen lassen!" „So wäre auch der Räuber, der uns das beste Stiicf aus dem Zimmer holt, des Besitzes desselben wert, weil ihm der Raub gelungen," sagte Ukwo mit unverkennbarem Hohn. „Der Bergleich paßt nicht. Königskronen nimmt man sich nicht so'leicht und ohne weiteres, wenn es vom Himmel nicht also bestimmt ist.' Übrigens möchte ich über diesen Gegenstand nicht weiter sprechen, er gehört - nicht ’-M die Werkstätte eines Handwerkers." — Bater und Lohn schwiegen. II. Enr Kcrmpf. „Sitnou ist da," sagte Thanna zu ihren: Lohne Iosua, als dieser auf ihren Ruf herbeigeeilt war, — er befindet sich draußen aus der Straße."' Die Helle Freude im Gesichte eilte der Knabe auf die Straße hinaus. Hier erwartete ihn ein Altersgenosse. Die beiden Knaben verkehrten nicht blos mit einander, sondern sie liebten sich als freunde, unser Iosua und Simon, der Lohn des sehr gelehrten und geachteten Rabbi Hillel.' "ZH-.n durfte in der Chat Simon nur in das gutnrütige Gesicht, in das treublickende Auge schauen, um ihn lieb zu gewinnen. „Ich komme, Dich abzuholen, Iosua, damit Du mich begleitest auf einem weiten Gange, den ich vorhabe. Willst Du das? “ „Ganz gewiß. Und wohin gedenkest Du zu gehen?" „Liehe, ich habe hier einen Brief meiner Mutter an den heiligen Wann in der Höhle Leba. Du weißt ja doch, daß dieses Rabbi Jose ist, der viele Kräuter kennt und manchen Trank bereitet, der kranken Menschen zur Gesundheit verhilft. Meine Mutter ist krank und wünscht irgend ein Kraut zur Linderung ihrer Schmerzen. Lie hat es dem heiligen Mann geschrieben und ihm mitgeteilt, was ihr fehlt. Willst Du mitgehen zu Rabbi Jose?" „Gern, aber zuvor noch muß ich die Mutter um die Erlaubnis zun: Mitgehen bitten." Ehanna willigte ein, und die beiden traten ihre Wanderung an. Lie durchschritten noch einige Ltraßen der Ltadt, dann kamen sie hinaus ins Freie, wo das Land bereits gebirgig zu werden anfing. Immer höher und höher hoben sich diese felsigen Stufen und Zacken, bis sie zuletzt wie Riesentürme in der Ferne sich zeigten. Aber in den: Hm-- kreis der Stadt, da traf man noch den üppigen Pflanzenwuchs an. Da ergötzte man sich an der reichenjund mannigfaltigen Farbenpracht der herrlichen Blumen, wie sie nur in der Himmel Palästinas erzeugen konnte; Rosen, Lilien und Nelken wechselten in ihrer bunten Pracht miteinander ab.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.