Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- 7 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 102 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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102 Ja ein Handwerker war Thama, der Vater Zosuas, des Knaben, mit dem wir eben bekannt geworden sind. Klan nannte Thama kurzweg den „Nadler"; allein er verfertigte nicht blos die kleinen Werkzeuge, deren man sich beim Nähen bediente, sondern er machte auch sonst sehr schöne in sein Fach schlagende Aachen von Draht. Da konnte man zierlich geflochtene Körbchen, Blumentöpfe, Schüsseln und Kännchen sehen. Alles blinkte lind funkelte, als wäre es von Silber; ein solch schönes Aussehen wußte Thama seiner Arbeit zu geben. Der Kleister war eben fleißig bei seiner Thätigkeit. Zhrn zur Seite arbeitete in demselben Fache sein ältester Sohn Ukwo, der wohl zwanzig Jahralt sein mochte Der junge Klann ist schlank und kräftig, seine frische, gesunde Gesichtsfarbe bekundet ein junges, kräftiges Leben. Aus seinen Zügen spricht feste Entschlossenheit, und aus seinen Augen blitzt jugeildlicher Klut. Unser Josua war fanm eingetreten, als er ganz begeistert ausrief: „(D, war das herrlich, Vater, was wir gesehen, -- hättest nur dabei sein solleti. Wir sahen den König und die Königin, die Diener mit den goldenen Tressen und nun erst gar die Reiter, wie sie aus den rirntigen Rossen einhertrabten — Du hättest dies alles nur sehen sollen" wiederholte der Knabe in voller Begeisterung für das wahrgenonlnlene Schauspiel. „So," erwiderte der Vater hierauf und zeigte sich zienllich gleichgültig den Bewunderungsergüsseti Zosuas gegenüber, während sich die Stirn Kkwos finster zusammenzog. „Und die vielen Klenschen" — begann Zosua von neuem — „man konnte kaum einen j^latz finden, den Zug zu sehen." „Dieses Volk", sprach Ukwo düster vor sich hin und preßte die Lippen zusammen. „Stille, stille, Ukwo — nichts vor dem Knaben," sprach der Vater. Und jener ward still, obwohl er noch viel zu sagen hatte. Zn diesem Augenblicke ries Thanna, die Frau Thamas, von draußen: „Zosua!" — Klit einem Satze war dieser fort. Das hatte Ukwo nur gewollt; nun konnte er seinem wildbewegten Znnern Luft machen. „Dieses Volk" — begann er — „wie dumm, wie feige es ist, einem Könige in dieser Weise zu huldigen, der es nicht im geringsten verdient, einem Herrscher zu huldigen, der sich nur mit List und Gewalt die Krone angeeignet hat. die rechtmäßig aus ein anderes Haupt gehört!" — „Ukwo, sei vorsichtig mit Deinen Worten. Zst Dir ja doch das bekannt, was König Salomo sagt, nämlich, daß man selbst im Verborgenen nicht geringschätzig von dem Könige sprechen darf." „(D Vater, wie kannst Du noch das Wort für ihn nehmen, da Du doch weißt, wie er sich den Weg 511m Thron gebahnt! —