Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- 6 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 90 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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/' purimgebrüucbe. Don Dr. 21 tc i e u Hildesheinrer-Berlin. > 6cm letzten Hefte des „Jugendfreundes" ist erzählt worden, daß die Ncaskenzüge, die noch heute in vielen Städten Deutschlairds üblich sind, wahrfcheinlich ihren Ursprung in denr Purimfeste haben. Allein nicht nur auf diese weise hat ,nan früher — und auch jetzt noch — die freudige Stimmung zum ^Ausdruck gebracht, die jedeir am Puriinfeste beherrschen soll; es lag sehr nahe, bei dieser Ulaskierung solche Ulasken zu wählen, die mit dem purimfeste in irgend eineiu Zusammenhang standen: bald sah man einen Haman, bald einen Ahasver, oder auch eine Esther und einen Urordechai. Zeitweilig blieben diese Ulasken nicht stunnn, sie vereinigten sich miteinander, und mit Aede und Gegenrede stellten sie den Vorgang der Ulegillah dar, und so entstand dann ein Purimdrama. Solche Dramen werden schon aus sehr alter Zeit erwähnt. Schon im s6. Jahrhundert wurde ein solches Theaterstück aufgeführt, in welchem Ulasken redend und handelnd auftraten, und seitdem sind Purimspiele in allen möglichen Wonnen, als Trauerspiele, als Lustspiele, in Prosa, in Versen, mit den in der Ulegillah erwähnten Personen oder auch mit neu hinzugedichteten, ausgesührt worden, und in jedem Jahr erstehen neue; und ich glaube sicher, wie in diesem Jahre, wird auch in allen konnnenden Zähren der „Vnkel Jugendfreund" euch ein für Purim gedichtetes Theaterstück bringen. Derartige Aufführungen sind nun mit großer Ulühe und oft auch mit Achten verbunden. Andere Vergnügungen jedoch am Purim, die zwnal in früherer Zeit sehr viel gepflegt wurden, aber auch in unserer Zeit noch nicht ganz geschwunden sind, sind weniger mühevoll und leichter zu veranstalten. Zu diesen gehört das sogenannte „Haman-Alopsen," die „Haman-Puppe" und das „Haman-Hängen." So oft in der Alegillah der Namen Haman genannt wurde, hat man in verschiedener weise sein Alißsallen zu erkennen gegeben. Zn den europäischen Gemeinden, besonders in Frankreich und der pro vence, pflegte man den Namen Hamans auf die Sohlen der Stiesel zu schreiben und so lange zu scharren, bis auch der letzte Areidestrich verschwunden war. Zn anderen Gegenden wurde das Wort „Haman" entweder mit Areide auf einen hölzernen Hammer geschrieben oder auch — von Erwachsenen — auf das Betpult ausgezeichnet, und dann bei der Erwähnung Hamans in der Alegillah mit dem Hammer oder mit den Fäusten so lange aus das Pult geklopft, bis die Areidezeichen vollkommen ausgelöscht waren, war schon dadurch in der Synagoge großer Lärm entstanden, so wurde er noch.vergrößert durch Holzknarren, mit denen jung und alt bewaffnet war, und die sie in Bewegung setzten, um den Namen Hamans zu übertönen, freilich ward durch alle diese Beschäftigungen das Ziel erreicht, welchem sie galten: die Ainder,