Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- 6 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 83 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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83 Schutz 11116 Beistand. 10er also alt gewogen ist, an 6cm Zeigt sich eben Lottes Schutz 11116 Beistand. Darum ist ein langes Leben auch ein Geschenk, eine Gna6e Gottes, 6ie wir ehren müssen; wer 6as nicht thnt, 6er verachtet gewissermatzen 6ie Gnaöe Gottes 11116 ver6ient nicht alt Zn wer6en. stetzk wer6et ihr es auch bester verstehen, warum es in dem Gebote heitzt: „fürchte 6ich vor öetnem Gotte! stch bin 6er Ewige." Aber nicht vor 6ern grauen haar allein sollen wir Ehrfurcht haben, son6ern auch vor der Weisheit und Erfahrung, stst also einer geschickter, weiser oder erfahrener als wir, so haben wir ihn gleichfalls Zu ehren. Die Ältesten der Gemeinde Israels waren nicht immer das, was eigentlich ihr Raine sagt: Greise, sondern nur weise und erfahrene Minier; auch unsere heutigen sogenannten Stadtältesten sind nicht Greise, sondern nur angesehene, wegen ihrer Einsicht und Erfahrung geehrte Bürger. Durum galt schon bei unseren Vätern in grauer Vorzeit der Satz, der uns im Talmud erhalten ist: „wer Weisheit erworben hat, ist wie ein Greis Zn ehren." So seid denn allezeit höflich und Zuvorkommend, ehrerbietig und bescheiden, aber auch treu und dankbar gegen ältere Personen, dann werdet ihr sicherlich brave Mnschen werden und glücklich sein.!lm ülitternacbt. Line Erzählung. vor ungefähr fünfzig Jahren war es — die Eisenbahn durschnitt noch nicht Polen und Litauen, nur breite sandige Landstraßen führten durch die endlosen Nadelwälder nach Wilna — da wurde inmitten der Nacht an die Thür eines Häuschens gepocht, das nicht weit von einer dieser Landstraßen stand. Es war finstere Nacht. Ein heftiger wind trieb die dicht herniederfallenden Regentropfen vor sich her. Zwei wäuner, ein Herr und sein Diener, begehrten Einlaß. wehrere hundert Schritt von dem Häuschen entfernt lag des Herrn wagen zertrümmert in einem Graben. Zn der Dunkelheit der Nacht war das Gefährt gegen einen an: Wege liegenden Stein angelaufen und infolge des heftigen Anpralles zur weiter fahrt untauglich geworden. Die Trümmer zurücklassend, verfolgten sie die Landstraße, bis sie das Häuschen gewahrten, in welchem sie Unterkunft zu finden Hostien. Allein die Thür war verschlossen, ihr Klopfen, Rufen iiuö Schreien blieb unbeantwortet. Schon wollten sie ihren weg fortsetzen, um anderswo Schutz vor dem Sturm und Regen zu suchen, als sie ein Geräusch im Hause vernahmen, das sich der Thür näherte. Bald wurde auch der obere Teil der Pforte geöffnet, und der Kopf einer alten Frau, die ein Stück brennendes Kienholz in der Rechten hielt, wurde sichtbar. Teils ln polnischer Sprache,