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Israelitischer Jugendfreund · 1898-01-01 · 5 (1898) · p. Seite 69

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
4 (1898)
Issue
5 (1898)
Date
1898-01-01
Page
Seite 69 (sequence 7)
Language
German
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69 desmal, wenn wieder ein Stück Ihres Inhalts ans Tageslicht kam, jauchzten die Rinder auf, und die blaffe Mutter vergoß Freudenthränen, als sie sah, daß ihre Rleinen jetzt warme Winterkleider bekamen. Mania strahlte wor innerem, Glück, wieder und wieder küßte sie die Hand -der hilfreichen Rünstlerin und beim Abschied flüsterte sie schüchtern ihr die Frage ins Ohr: „Bist Du wirklich keine Fee, bist Du ein Mensch wie wir alle? „Thörichtes Mädchen," lachte Frau Winter, „gewiß bin ich nur ein schlichtes Menschenkind, wie Du!" „Ach schade," versetzte Mama etwas enttäuscht, „ich dachte, der liebe Gott habe Dich uns zur Hilfe aus dem Feeenreiche gesandt, und nun bist Du nur ein Mensch und nicht von Gott gesandt ..." „Rind, Rind," tadelte sie der Vater, „nieinst Du, der liebe Gott könne nur aus wunderbare, uns unerklärliche weise Helsen, er müsse die Sterne vom Himmel herabfallen lassen, Feeen und Engel senden, oder Steine in Gold verwandeln? Solche Wunder geschehen jetzt nicht mehr, aber ist es deshalb nicht auch seine Güte, die uns Hilfe bringt, wenn er nicht mächtige Feeen, sondern edle, gute Menschen zu Vollstreckern seines Willens macht?" Biblische Lebensbilder. Von Dr. B. Kuttner-Frankfurt a. Main. 4. Isaak. Lange hatten Abraham und Sara auf die Geburt des ihnen ,erlieissenen Sohnes warten müssen, so lange, dass sie fast schon daran zweifelten, ob er ihnen überhaupt geboren werden würde. Da endlich_ Abraham war 100 und Sara 90 Jahre alt — wurde Isaak geboren. In freudigem Staunen rief Sara aus: „Wer hätte das je gedacht! Ein Lachen hat mir Gott bereitet: jeder, der es hört, wird mir zulachen.“ (jizzachak li; daher der Name Jizchak oder Isaak). Und als das Knäblein entwöhnt wurde, gaben die Eltern ein grosses Gastmahl. Aber noch sollte ihre Freude an dem spätgeborenen Sohne keine dauernd ungetrübte sein. Denn als dieser ins Jünglingsalter getreten war, empfing Abraham eines Tages den göttlichen Befehl, ihn auf dem Berge Moria Gott zu opfern. Wir wissen, wie Abraham, ohne zu grübeln, Gott gehorchte und sich in der Frühe des folgenden Tages aufmachte, ohne jemandem seine Absicht zu verraten. Nur Isaak und zwei Knechte begleiteten ihn. Als er am dritten Tage den Berg (bei Jerusalem) von ferne sah, Hess er die Knechte mit dem Esel zurück und begab sich mit seinem Sohne allein hinauf. Das Feuer und das Opfermesser trug er, das Opferholz trug Isaak; jener mit schwerem Herzen, dieser sorglos. Nur eines wundert ihn: „Wo ist denn das Opferlamm?“ „Gott wird sich das Lamm zum Brandopfer ersehen,“ erwidert Abraham, und schweigend gehen sie weiter, bis sie an die bezeichnete Stelle kommen. Hier baut Abraham den Altar, ordnet das Holz darauf und — bindet seinen Sohn, legt ihn auf das Holz und ergreift das Messer, um ihn zu schlachten und dann zu verbrennen. Da gebietet ihm ein Engel Gottes einzuhalten; Gott hat seinen Gehorsam an dem Willen erkannt,

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