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Israelitischer Jugendfreund · 1898-01-01 · 4 (1898) · p. Seite 54

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
4 (1898)
Issue
4 (1898)
Date
1898-01-01
Page
Seite 54 (sequence 8)
Language
German
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54 ist, kommt Frau Winter und dankt den Rindern für ihre eifrige Hilfe. 5k erzählt ihnen, daß der armen Familie voraussichtlich auf längere Zeit geholfen fein werde, denn sie habe 200 RI. gesammelt. Tin Zubelfckuei aus vieler Rinder Rlunde antwortete ihr. Rach der Vorstellung wollen sie alle Rinder begleiten, alle wollen die Freude der kleinen RIania sehen. Frau Winter ninunt aber nur Trudchen und zwei als kleine Gnomen verkleidete Rnaben mit; sie selbst wirft einen RIantel über ihr Feeen-Rostüm, und dann besteigen alle vier einen Wagen, der sie in die Dorstadt zu Scherkoffs bringen soll. Dort angekommen, muß Trudchen zu Scherkoffs in den Reller gehen und unter einem Vorwand, —sie fragt, ob hier im Hause eine Frau Rlüller wohnt, — Nachsehen, ob RIania zu Hause ist. „Sie sitzt am Tisch und näht, die Frau liegt im Rett, ein RIann und ein paar kleine Rinder sind auch noch da", meldet Trude, als sie zurückkommt. „Run schnell," gebietet Frau Winter, „geht voran, Ihr Zungen, macht eure Sache gut." _ (Schluß folgt.) Moses Montefiore. Von L. Abraham-Königsliütte. (Schluss.) Die nächste Fahrt führte Montehore in ein Land des Erdteils Afrika, nach Marokko. Dasselbe zieht sich auf beiden Seiten der Meerenge von Gibraltar hin uud wird also vom Atlantischen und Mittelländischen Meere bespült. Die Bewohner heissen Mauren. Sie reden arabisch und sind wie die Türken Muhamedaner. Herr des Landes ist ein Kaiser, der gewöhnlich Sultan genannt wird. Seine Befehle sind Gesetze und werden augenblicklich vollzogen. Foltern und Hinrichtungen sollen nichts Seltenes sein. Ein Schriftsteller entwirft u. a. folgende Schilderung von Marokko: „Wie gesetzlich es hier zugehen muss, beweist schon die Einrichtung, dass kein Beamter Gehalt bezieht, sondern stillschweigend darauf angewiesen ist, Geld von seinen Untergebenen zu erpressen. Das tliun auch alle soviel wie möglich." AVas in einem solchen Staate der Willkür die Juden auszustehen haben mögen, bedarf keiner langen Erklärung. Wir haben weder über die Zahl — sie wird auf 250000 angegeben — noch über das Thun und Treiben unserer dortigen Glaubensgenossen genauere Kunde. Doch von Zeit zu Zeit dringt ein Schmerzensschrei über das Mittelländische Meer von dort zu uns herüber, klingen Töne von tiefem Weh und Ach an unser Ohr. Solche Klagelaute erschollen im Jahre 1863. Die Spanier haben an der Küste von Marokko einige Orte im Be*

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