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Israelitischer Jugendfreund · 1898-01-01 · 4 (1898) · p. Seite 53

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Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
4 (1898)
Issue
4 (1898)
Date
1898-01-01
Page
Seite 53 (sequence 7)
Language
German
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53 von kurzen! struppigen haar: sie stellte nämlich in der „Waldfee" einen armen hungernden Rnaben dar, der die Fee um Hilfe für seine Eltern bittet. Die Rleine hieß Trudchen Bäcker und war ein bescheidenes, talentvolles Rind. Frau Winter, die berühmte Rünstlerin, (die Darstellerin der Waldfee) hatte Trudchen liebgewonnen und unterhielt sich gern mit ihr. heute nun erzählte sie ihr von ihrer Begegnung mit der armen wania. „Ich werde nach nach der Familie erkundigen auch nach ihrer Heimatstadt schreiben, uni genaue Auskunft über ihre Verhältnisse zu erhalten; konnne doch nächsten Mittwoch wieder hier in meine Garderobe, bis dahin hoffe ich schon Antwort zu haben; fällt die Auskunft, wie ich bestimmt erwarte, gut aus, so will ich versuchen, etwas für die armen Leute zu thun, und du, Trudchen, sollst mir dabei helfen." Die Rlingel ertönte, und Trudchen eilte davon, uni ja ihr Stichwort nicht zu versäumen. Auf der Treppe stieß sie mit einer großen Mohrrübe zusammen; das Stück begann nämlich mit einem Tanz der Gemüse, und alle andern, Rohlköpfe, Spargel, Rüben und Bohnen standen längst auf der Bühne, nur Betty Wüst hatte das erste Zeichen überhört und kam jetzt in voller hast die Treppe hinuntergelaufen. Durch den Zusammenstoß mit Truden hatte sich die große rote Atrappe, in der sie steckte, etwas verschoben, und dies trug ihr eine tüchtige Strafpredigt ein. Sonderbar, die sonst so unarlige, dreiste Betty fand heute kein Wort zu ihrer Verteidigung, sie blickte still vor sich hin, die traurigeil Augen der kleinen Mania verfolgten sie beständig, und es that ihr aufrichtig leid, das arnie Rind durch ihren Spott gekränkt zu haben. Am Mittwoch, dem Tage, an -welchem wieder „Die Waldfee" gespielt wurde, begab sich Trude Bäcker sogleich zu Frau Winter und fragte, ob sie schon die gewünschte Auskunft erhalten habe. „Ja Trudchen, und denke dir, von allen Seiten werden mir Mamas Eltern als brave, fleißige Leute gerühmt. Ich werde eine Sammlung veranstalten, und du Trude, sollst in der Rinder- Garderobe auch für Mania und ihre kleinen Geschwister sammeln; bitte deine Rolleginnen, zur nächsten Vorstellung Rleidungsstücke und Wäsche für Rinder, auch Spielzeug und Näschereien mitzubringen; wenn jedes Rind nur etwas bringt, können wir den armen Rindern eine große Freude bereiten." Wieder sind Tage vergangen, bei Scherkoffs ist das Elend noch größer geworden. Des Vaters geringer Verdienst reicht kauin für 2—3 Personen, und sie sind 7 hungrige Menschen. Im Theater wird heute nachmittag wieder „Die waldfee" aufgeführt, Hunderte von Rindern erfreuen sich an der wunderhübschen Aufführung; die mitwirkenden Rinder in den Garderoben freuen sich noch mehr, denn sie freuen sich über eine gute That. Soeben haben sie alles, was sie mitgebracht hatten, in eine Riste gepackt und obenauf einen großen Napfkuchen gelegt, den Grete hezza, die kleine niedliche Sängerin, ihrem Vater, einem gutherzigen Bäckermeister, für die arme Mania, abgebettelt hat. Gerade als alles verpackt

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