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Israelitischer Jugendfreund · 1898-01-01 · 4 (1898) · p. Seite 52

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
4 (1898)
Issue
4 (1898)
Date
1898-01-01
Page
Seite 52 (sequence 6)
Language
German
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■-x — 52 — An demselben Tage lief Wania trotz heftigen Schneesturmes nach der weit entlegenen Tharlottenstraße und fragte dort nach einem Theater. Alan zeigte ihr ein großes schmuckloses Gebäude. Zaghaft näherte sie sich, fand jedoch alle Thüren verschlossen; geduldig wartete sie, trotzdenr der Schneesturm immer heftiger wurde, aber keine Fee näherte sich denr gläubig harrenden Rinde. Endlich sah sie einen Rnaben durch den Garten komnren und durch eine kleine Seitenthür in das große Haus hineingehen; dann kamen zwei Damen, dann ein älterer Herr. Gb die wohl alle in Not sind und die Fee um Hilfe bitten wollen? dachte Alania. Endlich bemerkte sie ein kleines Wädchen, eine kleine Tänzerin, Betty Wüst mit Namen. „Ich habe gehört", schluchzte Nlania, „daß hier einem Rinde eine Fee erschienen ist und ihnr aus aller Not geholfen hat." „Du dumnres Ding, hast dir schön was vorlügen lassen," lachte das Alädchen, „Feeen und all solch Zeug giebt es doch gar nicht, das glauben nur die ganz dummen kleinen Rinder." „Das Alädchen hatte die Fee mit eigenen Augen gesehen," entgegnete Warna, „sie hatte ein weißes Rleid an und etwas blitzendes im haar." Nun wollte die Rleine sich rein totlachen; „das ist zu drollig," rief sie immer wieder, „die ist jedenfalls bei uns im Theater gewesen und hat das alles geglaubt; die Fee ist doch nur eine verkleidete Dame, die die Rolle spielt, das ist ja man alles blos Theater, nein, solche dummen Rinder, glauben all' den Unsinn!" Machend lief sie fort. Wania blieb regungslos stehen, ihr war gar zu weh ums Herz; wohl hatte sie nicht alles verstanden, was das fremde Wädchen gesagt hatte; nur das eine hatte sie begriffen, es gab keine hilfreichen Feeen, und darum mußten sie in der ungesunden Wohnung bleiben, und ihre Amtier konnte nicht wieder gesund werden! „Weine nicht, du liebes, kleines Mädchen/ hörte sie da plötzlich eine weiche Stimme sprechen, „erzähle mir doch, um was wolltest du die Fee bitten." Wania blickte auf und sah eine fein gekleidete Dame vor sich stehen, die sie sanft in einen erwärmten Borraum zog. Dort nmßte das kleine Alädchen erzählen; sie war auch ganz zutraulich geworden und schilverte der fremden Dame die Not ihrer Familie, erzählte von der Rrankheit der Amtier und dem Ausspruch des Arztes und auch von ihrer fernen Heimatstadt. Die Fremde hörte aufmerksam zu und schrieb sich dann Namen und Wohnung von Alania's Bater sowie den Na,neu der russischen Staöt G. auf. Dann sprach sie der kleinen ARit zu und gebot ihr, so schnell wie möglich nach Haus zu gehen, damit ihre Amtter sich nicht ängstige. Die Dame durchschritt hierauf einen langen, engen Gang und betrat dann ihr durch elektrische Birnen hell erleuchtetes Ankleidezimmer. Bald darauf klopfte es an der Thür, und ein etwa elfjähriges Alädchen trat ein. Der neue Ankömmling sah merkwürdig aus; von weiten, konnte man glauben, das Rind fei nur mit einen, hemdchen bekleidet; erst wenn inan näher kam, bemerkte man, daß es das zerrissene, grobe Hemd über seine Unterkleidung gezogen hatte. Auf dem Ropfe hatte die ‘Kleine eine perriide * i 1 i

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