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Israelitischer Jugendfreund · 1898-01-01 · 3 (1898) · p. Seite 45

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
4 (1898)
Issue
3 (1898)
Date
1898-01-01
Page
Seite 45 (sequence 14)
Language
German
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45 Esther. Ein Festspiel für die reifere Jugend von R. Glücksmann. In 1 Vorspiel und 1 Akt (3 Scenen). Ahasver, König, . Mordechai, Esther, seine Tochter, Personen: Hamann, Vertreter des Königs, Findig, Juztizminister, Windig, Kriegsministei) \/ Obermundschenk, ^Herold. Vorspiel. (Im Hause Mordechais ein Zimmer mit einem Fenster.) Mordechai: Wo nur mein Töchterehen, die Esther, bleibt; Seit einer Stunde ist sie fortgegangen, Um die notwendigen Lebensmittel einzukaufen. Sie pflegt doch sonst so pünktlich hier zu sein, Und heut’, ich hin in schwerer Sorg’, um sie. Die Zeit ist hart, in der wir leben; Es lastet auf dem auserwählten Volk Der Fluch der einst begang’nen Sünden. (bewegt) Herr meiner Väter, sind auch wenig nur Gerechte unter deinem Volke, Schick uns um ihretwillen die Erlösung Vom Übel, das der Haman uns bereitet, Du hast ja oft uns aus der Not gerettet, Wenn ringsum uns der Feinde Schar bedrohte. Sei uns auch diesmal gnädig! — Doch ich höre Die Schritte meiner Esther (Esther erscheint in d. Tliür Ja, sie ist es. Esther: (wit einem Körbchen, aus dem sie während des Gespräohes Lebensmittel auspackt.) Gott grüss dich, Vater, gelt du warst in Sorge Wohl um dein Tochterchen, Verzeihung, Vater! Doch sieh, die alte Martha, meine Amme Ist krank; ich sass bis jetzt an ihrem Bette. Nun Väterchen, schiltst du doch nicht, dass dich Dein Tochterchen so lang hat warten lassen. Mordechai: Nein, nein, mein gutes Kind, du thatest deine Pflicht; Den Armen und den Kranken wohlzuthun, Ist Vorschrift unsres Glaubens; aber sprich, Mein Kind, ist es wahr, dass unser König bei Dem Mahl, das er dem Adel jüngst gegeben, Die Königin verstiess, die seinem Wunsche, Den Männern sich zu zeigen, nicht entsprochen?

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