Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- 3 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 44 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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44 (Ein lieblicher Anblick bot sich ihnen dar. Drinnen stand eine weih gedeckte Tafel, nuö auf dieser erkannte der Alte Zu seiner größten Freude in kostbaren Schalen neben vielen fremden und einheimischen Vettern und Basen seine Kinder, die ihn im Frühling als Blüte geschmückt, im Sommer mit Stolz erfüllt hatten, von denen mit Schmerzen er sich im Herbste hatte trennen müssen. Liebliche, rotwangige Kinder hüpften munter und geschäftig um den Tisch, und betrachteten von allen Seiten die leckeren Gaben, froh in (Erwartung des seltenen Genusses, nach Herzenslust sich laben Zu dürfen an soviel Gutem. Und als daun Atütterchen hereintrat und jedem der Kinder ein Tellerchen füllte, hatte die Freude der kleinen Kinder ihren Höhepunkt erreicht. „Siehst Du, s^unge, das gilt uns und uuserm Feste," belehrte der Alte, „so freuen die Akeuschen sich am Obamibebo-Ossor mit uns und Zeigen ihre Zuversicht in Gottes Güte, der in winters Rächt einen Strahl von Frühlingshoffnung sendet. Staunend sah der Junge aus das Trüben der Kinder. — ssjetzt traten diese aus der Stube, faßten sich au den Händen und tanzten vergnügt um den Apfelbaum herum, der gerührt diesem Treiben Zuschaute. (Ein kleines Alädchen hatte sich aus der Kette ausgeschlossen, weil es noch beschäftigt war, in einen grohen Apfel Zu beißen, dessen Backen wetteiferten an Frische und Farbe mit seinen eigenen schönen, roten. Der alte Baum erkannte seine Frucht! Hoch Zu oberst in seinem Wipfel hatte sie sich gewiegt imd bis Zuletzt allem Schütteln tapfer getrotzt, nnd hätte man sie nicht endlich noch mit den; (vbstbrechcr losgelöst, sie hätte sich nie getrennt vom Stamme. Alit Schmerzen sah ihr damals der Alte nach, nur schwach getröstet durch das Bewußtsein, daß es feine Bestimmung ist, die Alenschen Zu erquicken. Aber heute, da er der Kinder Freude sieht an seinem Feste, da weiß er Zum ersten Alale in seinem langen Leben, daß kein (vpser Zu groß ist, um solche Wesen Zu erfreuen. Und Wunsch und Hoffnung steigen aus in ihm und kling n als ein einziger Accord durch feilte Zweige. Alöge das kommende ^jahr ein fruchtgesegnetes werden, um Schatten und Labung denen gewähren zu können, die bei ihm diese Spenden suchen. S. B. Spruch. Der Tag hat schnellen Laus, Der Arbeit giebts vollauf, Dem werkmann fehlts an Fleiß, - Doch herrlich ist der j)reis, Und ernstlich drängt der Bauherr. Dr S. Arysteller. Aus: j)irke Aboth, 2,20-