Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- 3 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 43 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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43 Damals lief durch eine grosse engliche Zeitung die Kunde, dass die Christen in Syrien — so heisst die türkische Provinz, zu der auch Palästina gehört — von der moliamedanischen Bevölkerung hart bedrückt wurde und am Nötigsten Mangel litt. Der erste, der für die notleidenden Christen eine Spende, und zwar im Betrage von 4000 Mk. gab, war M. Damit noch nicht genug, veranstaltete er ausserdem mit einem vornehmen, angesehenen Engländer eine Sammlung und brachte über ^00,000 Mk. zusammen, die den Bedürftigen in Syrien überwiesen wurden. - (Schluss folgt.) Lhainischo-Oßor (>s. sch'wat). (Lin Märchen. Seit ein paar Jahren standen sie nun schon beisammen, der alte, erfahrene Apfelbaum und das junge Zarte Zwetfchgenbänmchen. Der wetterharte Alte hatte den jungen tief in fein Herz geschloffen, mit liebevollem Auge ihn bewacht von seinem ersten versuche an, die Hülle des Kernes sprengend ein paar Zarte Blättchen hinauf ans Picht Zu senden. Nit Freude sah er sein wachsen, und nun stand schon ein schlankes Stämmchen neben ihm und half ihm über die oft fchmerZlich einpfundene Einsamkeit hinweg. Jti treuer Dankbarkeit und Verehrung schaute der 3unge Zu ihm auf. 3» allen Sorgen seines jungen Pebens hatte er sich vertrauensvoll an den bewährten Freund gewandt, Freud und Leid, Sturm und Wetter hatten sie Zusammen ertragen. weicher, weißer Schnee war über Nacht gefallen, undals der 3mige sich des Morgens den Schlaf aus den Augen rieb, war ihm gar sonderbar zu Mute. Tiefes, geheimnisvolles Regen verspürte er in seinem 3nnern, desgleichen er sich noch nie erfahren Zu haben erinnerte.' „was geht mit mir vor?" fragte er sich, sein junges Köpfchen schüttelnd und gleich wandte er sich an den Alten mit dieser Frage, gewöhnt, sich von diesem Aufschluß Zu holen über alles, was ihm neu war nach innen sowie nach außen. „Festtag ist heute, mein ssunge!" belehrte ihn dieser, „Neujahrsfest! Siehst Du denn nicht, daß Gott uns das weiße Festkleid angelegt hat über Nacht? was Dich bewegt, ist die Ahnung des künftigen Frühlings, der trotz Schnee und Eis sich schon ankündigt und uns mit dieser Ahnung noch nie getäuscht hat." „wissen denn auch die Menschen von unsrem Festtage?" fragte der 3unge. der sich nur dann richtig freuen konnte, wenn recht viele an seiner Freude teilnahmen. „Pah uns dort hineinschauen in jenes Fenster," sagte der Apfelbaum, indem er mit einem ausgestreckten Arme die Richtung anZeigte. —