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Israelitischer Jugendfreund · 1898-01-01 · 2 (1898) · p. Seite 29

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
4 (1898)
Issue
2 (1898)
Date
1898-01-01
Page
Seite 29 (sequence 15)
Language
German
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29 von langen laubreichen Baumreihen gebildenten Borte abgeschlossen. Vor dem staunenden Auge des Reisenden liegt die lange Brücke, welche von Innsbruck an der alten Stadt Hall vorbei in der Richtung nach Kufstein sich weiter fortsetzt. Zur linken sieht man die Stadt Innsbruck mit ihren vielen Kirchen liegen, und weiterhin ragt majestätisch die steile Martinswand empor. Sparsamkeit ist nicht Geiz. Nach dem Midrasch Aoholet. Einige mildthätige Männer gingen einmal von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf, um Geld zu sammeln, das zur Unterstützung armer studierender junger Leute verwendet werden sollte. So kamen sie in einem Dorfe in das Haus eines Mannes, Namens Barbutin. Auf der Schwelle des Hauses hörten sie folgendes Gespräch zwischen Vater und Sohn: „Mein Vater, was bestimmst Du heute für unser Mittagessen? Die Früchte, von denen das Blaß eine Manah kostet, oder diejenigen, von denen 2 Ulaß eine Mana kosten?" Und der Vater antwortete: „Laß die zubereiten, von denen 2 Maß eine Mana kosten; sie sind ja sehr wohlseil, und so wird uns das Mittagessen weniger kosten." Dieses Gespräch hörten die Männer auf der Schwelle, und im Zweifel, ob sie hineingehen sollten, sagten sielendlich: „was ist von diesem Geizhals zu hoffen, der ein so elendes Leben führt und so grausam gegen sich selbst ist? wie können wir hoffen, daß er mildthätig gegen andere sei? Gehen wir ruhig weiter, und wenn es unsere Zeit erlaubt, so kommen wir aus dem Rückwege her und machen die Probe bei ihm. So entfernten sie sich denn und kamen erst nach einigen Tagen wieder. Raum aber waren sie erschienen, so wurden sie liebevoll ausgenommen. Durch diese Ausnahme ermutigt, trugen sie freimütig ihre Bitte vor. Barbutin antwortete sofort: „Geht zu 'meiner Frau, denn sie verteilt unsere wenigen Almosen; saget ihr in meinem Namen, sie möge euch ein Maß voll Dinare geben." Verwundert sahen sich die Männer an, wie wenn sie ihren Ohren nicht trauten. Sofort begaben sie sich zur Frau und berichleteten ihr die Worte ihres Mannes. Ohne eine Überraschung zu zeigen, sagte die Frau: „will mein Mann, daß das Maß gestrichen oder gehäuft voll sei? wiederholet mir genau seine Worte!" Die Männer antworteten, ihr Mann habe nur von einem Maße gesprochen, sich aber nicht weiter erklärt. Die Frau versetzte nun, daß sie in diesem Zweifel lieber das Maß gehäuft geben, und wenn dieses nicht die Absicht ihres Mannes wäre, dieses Mehr selbst zulegen wolle. *) Harne eines Geldstücks,

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