Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- 2 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 28 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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28 brecher verurteilt wird. Dass die treuen Tiroler ihres braven Anführers nicht vergessen haben, davon zeugt ein Marmordenkmal, das sich auf der Spitze des Berges erhebt. Von hier aus gelangt man in einer Viertelstunde in das Centrum der Stadt, nachdem man an dem grossen Franziskanerkloster vorübergeschritten ist. Hier befindet sich die Maria Theresia-Strasse, an deren einem Ende sich das „Siegesthor“, am andern das Thor mit dem „goldenen Dacherl“ erhebt. Nach einer Sage hat hier vor Jahren „Friedrich mit der leeren Tasche“ gehaust. Als er einst zu sehr von seinen Gläubigern bedrängt wurde, soll er das Dach des Erkers haben vergolden lassen, um den Schein zu erwecken, als ob er noch genug zur Deckung seiner Schulden besässe. Dies ist jedoch nur eine Sage, in "Wirklichkeit stammt das Haus von Kaiser Maximilian, dem Helden der Martinswand her. Durch eine Quergasse der Maria Theresia-Strasse gelangt man zur Hofkirche, welche mit dem Innsbrucker Schloss durch einen Strassenüberbau verbunden ist. An den Seiten der Kirche befinden sich die Standbilder sämtlicher Kaiser des Hauses Habsburg. Auch hier in der Kirche haben die Tiroler ihren Andreas Hofer, den Sandwirt vom Passeierthale durch ein schönes Denkmal verewigt. Im Anschluss an die Kirche steht „die silberne Kapelle,“ durch welche man vermittelst des Strassenüberbaues ins Schloss gelangt. Von den vielen Sälen des Schlosses sei nur das Sterbezimmer Maria Theresias genannt. Jetzt ist es in eine Hauskapelle verwandelt, welche sich durch besonders schöne Malerei vor den übrigen Sälen auszeichnet. Von hier aus gelangt man nach ^ständiger Fahrt mit dem Wagen zum Schloss Ambras, welches ausserhalb der Stadt liegt. Das Schloss zerfällt in die Ober- und Unterburg. Im unteren Burghofe befinden sich acht Meilensteine, welche auf dem Brennerpass der alten Römer, — denn auch die Römer benutzten diesen Übergang, — gefunden wurden. Für die Echtheit der Steine bürgen ausserdem noch lateinische Zeichen, welche in den Steinen eingraviert sind. Der Burghof wird von dem spanischen oder dem Banketsaal und von den beidenWaffensälen eingeschlossen. NamentliclFder zweiteSaal macht mit seinen vielen Rüstungen, seinen Fahnen, Schwertern und Geweihen auf den Beschauer einen grossartigen Eindruck, welcher noch durch geschmackvolle Verzierungen bedeutend erhöht wird. Durch eine Steintreppe gelangt man zur Oberburg. Prächtiger Hausrat und schöne Gemälde wechseln mit einander ab. Unter anderem befindet sich hier ein Klavier aus dem vorigen Jahrhundert. Von fast allen Seiten hat man einen schönen Ausblick über das Innthal, zur Rechten bieten die weiten Maisfelder, unterbrochen von lieblichen Dörfern den Anblick eines mächtigen Teppichs, durch eine grüne