Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- 2 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 19 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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19 Das ist öie gemeinsame Hiebe unö Treue für öas angestammte Herrscherhaus. Dieses unlösbare Band muß öie einzelnen Glieder des großen Volkskörpers unter sich unö den Fürsten mit dem Volke fest verbinden; denn „wo Lieb' und Treu' sich so dem König weihen, wo Fürst und Volk sich reichen so die Hand, da inuh des Volkes wahres Glück gedeihen, da blüht und wächst das teure Vaterland." III. Und nun noch ein drittes Wort unserer heiligen Schrift: „Wie Wasserströme so ist des Königs Kerz in Gottes Kand, er lenkt und leitet es nach seinem Willen." (Spr. Sal. 21,0. ^eöer königliche Erlaß trägt am Kopfe die Worte „wir Wilhelm von Gottes Gnaden" u. s. w. Damit ist die Abhängigkeit des Königs von der Gnade Gottes deutlich ausgesprochen. J«, der König ist eben der Vollstrecker des göttlichen willells. wenn wir uns dieses vergegenwärtigen, müssen wir da nicht jede Handlung des Königs als eine Willensäußerung Gottes ansehen? Müssen wir da nicht aus innerem Antriebene, nicht ans Furcht vor Strafe, die Gesetze des Königs befolgen wie die Gesetze Gottes? Seht, liebe Kinder, von solchen Anschauungen unö Grundsätzen war stets das Verhalten der Israeliten Zu dem Oberhaupt desjenigen Hanöes, das sie ihr Vaterland ilennen konnten, dessen Schutz sie genossen, dessen Gesetze ihnen heilig waren, geleitet. Niemals hat es der Sohn Israels an viebe unö Anhänglichkeit Zu seinem Vaterlands und dessen Oberhaupt fehlen lassen. Und wir, die wir uns mit Stolz Deutsche jüdischen Glaubens nennen, wollen unfern Vorfahren an Hiebe und Hingebung für Kaiser unö Reich nicht nachstehen, vnserm geliebten Kaiser gehört unser Herz, unser Gut und Blut; ihm, dein Schirmherrn des Friedens, der mit starken Arm öie Wolken teilen wird, öie die Eintracht und das Gefühl der Zusammengehörigkeit aller deutschen Handeskinder, welcher Herkunft, welches Standes unö welcher Religion sie immer fein mögen, zu verdunkeln drohen, wollen wir uns heute an seinem Wiegenfeste für alle Zeit geloben: „So schwören wir aufs neue dein König Hieb' und Treue!" Heute, da in allen Gotteshäusern inbrünstige Gebete für des Kaisers Heben unö Gesundheit zum Himmel emporsteigen, wollen wir Gott, den Henker der Geschicke, von Herzen bitten, er möge das teure Haupt unseres geliebten Kaisers allezeit beschützen und ihm eine lange gesegnete Regierung verleihen! C. Flanter.