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Israelitischer Jugendfreund · 1898-01-01 · 2 (1898) · p. Seite 18

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Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
4 (1898)
Issue
2 (1898)
Date
1898-01-01
Page
Seite 18 (sequence 4)
Language
German
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18 Zum 27. Januar. An bm Tage, 6a All6eutschlan6s Söhne, ja alle friedliebenden Menschen des Erdenrundes sich - in innigem Gebete für das Wohl unseres geliebten Kaisers vereinigen, da von den Tippen der Greise wie der Kinder das „Heil dir im Siegerkranz" mit Begeisterung erschallet, gebührt es sich wohl. Zn Tuch, meine lieben Kinder, ein Wort über unsere BeZiebungen Zum Tandesfürsten vom Standpunkte unseres religiösen Bekenntnisses Zu fprccf>en. Cs bedarf nicht erst der besonderen Erwähnung oder Versicherung, daß wir mit allen Zasern unseres Herzens unserin geliebten Kaiser zngethan sind, und öah wir wohl inbezug auf Stellung, Bang und Amt vielen unserer deutschen Brüder nachstehen, was aber nicht unsere Schuld ist, daß wir uns aber in der Tiebe zu Kaiser und Reich von niemand je ttbertreffen lassei'. Bicht obgleich, sondern weil wir Iudui sind, sind wir treue und aufrichtige Deutsche, und nie und nimmer wollen wir Veranlassung geben, an^unserer unverbrüchlichen Treue und unentwegten Siebe zu dem Tanöesoberhaupt und zu unserein teuren vaterlande zu Zweifeln. Drei religiöse Sätze sind es vorzüglich, die innner die tiefste Ehrfurcht und Treue Zu demZürsteu des Tandes in den jüdischen Herzen weckten und wach Zu halten wußten: I. „J)ie irdische Majestät des Königs ist der Abglanz der tzimml'ifchen Majestät Gottes." Vas gekrönte Haupt des Zttrsten erhält damit eine wahrhaft göttliche weihe, wie der König ja auch „der Gesalbte Gottes" genannt wird. Und wenn wir ein solch gekröntes, gesalbtes Haupt erblicken, dann sprechen wir nach einer Weisung unserer Religion: „Gelobet seist du, Ewiger, unser Gott, der von seiner Herrlichkeit mitgeteilt hat einem Erdensohn." Rach der Ehrfurcht, die wir Gott schulden, folgt sogleich die Ehrfurcht, die wir dem Tandesfürsten Zu erweisen haben. stedes vergehen gegen des Königs Majestät gilt als eine Versündigung gegen die Majestät Gottes. II. Unser Bekenntnis lehrt nun ferner: „Aete für das Motzt des Herrschers; denn wäre nicht Kurcht vor itzm, so würde einer den andern lebendig verschlingen." (Pirke aboth 3,2). Durch das hohe Ansehen eines gekrönten Herrschers wird die Wohlfahrt des Staates, die innere Ruhe, Krönung und Gesetzlichkeit erhalten, wo aber die Achtung und Ehrerbietung vor dem Tanöesherrn fehlt, da nimmt Willkür- und Gesetzlosigkeit überhand, Macht geht dann vor Recht, der Schwache muh dem Starken weichen. was aber einigt und bindet die durch Beruf, Abstammung und Religion verschiedenen Tandeskinder, dah sie „ein einig Volk von Brüdern" bilden?

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