Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- 1 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 9 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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9 hängig und daher auch zufrieden leben zu föitneti. XDie gesagt, ich bin ernst entschlossenunser Kind unabhängig zu machen, Mirjam." Wohl sah UUrjam jetzt ein, daß es um den Handwerker viel bester stehe, als sie früher gedacht; nur konnte sie es noch immer nicht begreifen, wie denn ein Doktor in Equipage nicht glücklicher sein sollte, als ein einfacher Tischler in Schürze und Pantoffeln. Naftali suchte daher der Sache durch die rasche That ein Ende zu machen und sprach: „Jetzt trachtet nur, Adolf mit Wäsche und Kleidern auszurüsten; sobald er seine Zeugnisse hat, führe ich ihn zum Vorsteher des Handwerkvereines." Mißmutig und mit widerstreben gab nun die Mutter ihren Töchtern den Auftrag, die Habseligkeiten Dolfi's allenthalben hervorzusuchen und die nötigen Ausbesserungen daran vorzunehnren. Noch an denstelben Vormittage wurde Adolf dem Direktor des „Vereins zur Beförderung der Handwerke und des Ackerbaues unter den Israeliten" vorgestellt, und nachdem er den Bedingungen entsprochen, wurde der Vater zum Zwecke der Unterbringung seines Sohnes bei einein christlichen Beeister a,l ein Ausschuß,nitglied besagten Vereines gewiesen — und schon nach drei Tagen stattete Adolf den ersten Besuch seinen lieben Eltern in Schürze und Pantoffeln ab. Er war ein — Tischlerlehrjunge. _ (Fortsetzung folgt.) Moses Montefiore. Von L. Abraham-Königshütte. Edel sei ein Mensch, Hilfreich und gut. Wenn je ein Sterblicher diese Worte unseres Dichter königs Göthe erfüllt, diese Eigenschaften bethätigt hat, so ist es unser Glaubensgenosse Moses Montefiore. Sein Bildnis haben einige von Euch gewiss schon gesehen; denn dasselbe ist, in gerechter Würdigung der Verdienste dieses Edlen, in vielen jüdischen Familien zu finden. ( 8. das Bild auf Seite 11.) Eine merkwürdige Fügung ist es, dass 4 der bedeutendsten Männer in Jsrael den Namen „Moses“ führten. Von dem ersten Mose, dem Gottesmanne, der sein Volk aus Ägypten führte, habt Ihr schon alle gehört. — Der zweite ist Moses Maimonides. Der lebte im Mittelalte und war ein gar bedeutender Arzt und grosser Gelehrter. Er hat viele Schriften hinterlassen, die alle von seinen gewaltigen Kenntnissen und seinem grossen Scharfsinn Zeugnis ablegen und noch heute eifrig studiert werden. Auch in unserem Gebetbuche (Siddur) befindet sich ein kleines Erzeugnis seine» grossen Geistes: es sind dies die sogenannten »13 Glaubensartikel". —— Zur Zeit Friedrichs des Grossen lebte der dritte: