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Israelitischer Jugendfreund · 1897-01-01 · 24 (1897) · p. Seite 382

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
3 (1897)
Issue
24 (1897)
Date
1897-01-01
Page
Seite 382 (sequence 14)
Language
German
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382 ihren Nlnnsch. Und siehe da! eine unsichtbare Hand überreichte ihm einen goldeneil Tischfuß. Die Frau war nun darüber hoch erfreut. Allein den: Aabbi Thanina erschien im Traun: ein Engel und zeigte ihn:, wie die Frommen im f)..radiese um ganze goldene Tische sitzen, während an dem für ihn bereit stehenden Tische ein Fuß fehlte. Als er vom schlafe erwacht und ferner F'au den Tramn erzählte, sagte sie zu ihm: „© bete doch, daß man den goldenen Tischfuß von uns zurücknehme." Er gehorchte und das himmlische Geschenk war spurlos verschwunden1 2). Einst klagte man ihm, daß seine Ziegen wild umherlausen und in Wald und Flnr viel Schaden anrichten. „Wenn das auf Wahrheit beruht," — sprach Thanina entrüstet, — „so mögen meine Ziegen von den Wölfen und Bären zerrissen werden, wenn aber nicht, so sollen sie mit ihren hörnern diejenigen Tiere, die 6en Schaden anrichteten, besiegen und zu uns bringen. Und siehe da! An: Abend kamen die Ziegen von: Felde und brachten, auf ihrenhörnern aufgespießt, zwei wilde Bären mit2). Eine in seiner Nachbarschaft wohnende arme Frau ließ ein Häuschen erbauen. Bald aber bemerkte sie, daß die von ihr gekauften Balken zu kurz waren, und sie weinte bitterlich. Da tröstete sie Thanina und segnete sie, daß die Balken die erforderliche Länge erhalten mögen, und alle überzeugten sich daß sein Segen gewirkt Haltes. Thanina sah, wie die Bewohner feiner Stadt nach Jerusalem wallfahrten und Geschenke und Gaben amitnahmen, und er beschloß ebenfalls eine Aeise nach der heiligen Stadt anzutreten. Da er aber nichts mitzunehmen hatte, begab er sich iu Gedanken vertieft in die wüste. Dort, fand er einen großen Stein und beschloß, diesen Stein als Geschenk nach Jerusalem zu bringen; er war aber zu s chwer, und er konnte ihn allein nicht von der Stelle bewegen. Da erblickte er fünf Arbeiter und frug sie, ob sie den Stein nach Jerusalem tragen wollten. „Für fünf Gulden", antworteten sie, „wollen wir es gern thun," aber, da er nicht so schnell antwortete, gingen sie ihres Weges. Bald aber erschienen andere fünf wänner. Thanina sprach sie ebenfalls an und sie antworteten: „wenn Du uns fünf Gulden giebst und selbst mit Hand anlegst, wollen wir Deinen Wunsch erfüllen." Thanina willigte nunmehr ein, und schon nach kurzer Zeit gewahrt er sich in der heiligen Stadt. Als er aber nach den wännern sich nmschaute, um ihnen den verabredeten Lohn zu verabfolgen, waren sie verschwunden. Er erzählte dieses Erlebnis den weisen, diese beruhigten ihn und sprachen: „heil Dir, Thanina! Die wänner waren sicherlich von Gott gesandte Engel. Ein wann wie Du, der in Treue seinen: Berufe obliegt, hält auch Engeln gegenüber stand." 1) TaanitK 25a. 2) ibid. 3) ibid.

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