Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- 22 (1897)
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 340 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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— 340 Die größte Freude. Erzähluilg für die fugend von I. S o n t o w 5 f y. (Schluß.) An demselben Tage noch erfuhr Elsa Kohn durch das Dienstmädchen alles, was die Großmutter erzählt hatte, und das gutherzige Backsischchen, gerührt durch diese Selbstverleugnung, beschloß sofort, noch einmal helfend einzuspringen und Elärchen den Besuch der Aufführung dennoch zu ermöglich«. „Nicht wahr, Du gestattest," wandte sie sich bittend an ihre Rmtter, „daß ich einen zientlich tiefen Griff in meine Sparbüchse thue, ich habe mir schon einen seinen plati ausgedacht." Die gütige Rmtter nickte lächelnd. Nun kaufte Elsa zwei Gintrittskarten und ging dmnit zum Direktor der Religionsschule; diesen bat sie inständig, er möchte die beiden 'Karten Elara Silberfeld als Prämie zuerteilen; sie wisse, wie sehnlich Elara sich den Besuch der Aufführung wünscht und glaube, daß das Rlädchen noch inehr Vergnügen daran finden werde, wenn eine ihrer Schwestern sie begleiten könnte. Nur solle Elara um alles in der XPelt nicht erfahren, daß die Billets von ihr stanunen. „Elara ist wirklich eine meiner fleißigsten und bescheidensten Schülerinnen," sagte der Direktor freundlich, „ich werde ihr noch heute die Billets senden; gehört dies auch noch dazu?" Dabei deutele er auf ein kleines Päckchen, das Elfn neben die Karten gelegt hatte. „Ach ja, Herr Direktor," erwiderte Elsa errötend, „das sind die RIarken zur Garderobe, ein Programm, damit die Rlädchen sich keine Geldausgaben zu machen brauchen, und das hier ist eine Karle zur Verlosung, die im Nebensaal nach der Vorstellung stattfinden soll. Ich will den Herrn, der mit meinem papa sehr bekannt ist, bitten, daß er Elaras Nmnmer gewinnen läßt, das Geschenk bringe ich natürlich." „Du bist ein braves Rlädchen, Elsa, bleibe so, wie Du bist, dann werden Deine Eltern viel Freude an Dir haben," sagte der Direktor, als Elsa sich dankend von ihm verabschiedete. XVer beschreibt Elaras freudiges Erstaunen, als am andern Rlorgen der Brief mit den beiden Karten ankam? „Rlama, ich habe eine Prämie in der Religionsschule bekommen," hüpfte sie in der Stube umher, „und denke Dir, die Prämie besteht aus zwei Einlaßkarten zur Aufführmig, da sieh, ersten Rang-Balkon No. 24 und 25. Der Herr Direktor schreibt, das hätte ich besonders meineni guten Betragen zu verdanken. Ach Rlütterchen, Rlütterchen, ich freue mich doch gar zu sehr, und eine von Euch geht mit mir, heitza, heißa, werden wir uns amüsieren!"