Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- 21 (1897)
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 329 (sequence 9)
- Language
- German
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329 Zwei Burgen dagegen, und die Schwichelte muhten endlich die tzarZbnrg übergeben, die gänzlich geschleift ward, chidch M53 hausten wieder Raubritter auf der Burg, welche Herzog Heinrich III. von Braunschweig Zu Paaren trieb, stin stahre 1654 aber wurde sie ganz geschleift. Die Veranlassung dazu war, dah auf dein Altar der dortigen Rirche ein Alarienbild stand, Zu dein das abergläubische Volk wallfabriete. _ Harnisch. Die Behandlung der Tiere bei den alten Hebräern. Rach Professor Dr. ID. IDessely. Die alten Hebräer sowie die Völkerschaften des Altertunts überhaupt wußten vouTierschutzvereiuen und dergleichen nichts; aber nichtsdestoweniger findet sich bei ihnen zu allen Zeiten eilte Sorgfalt und ein Gefühl der Teilnahme für die gesmnte Tierwelt, die ultsere Achtung und Bewunderung verdient und ein Zeugnis von dent hohen Grade ihrer sittlichen Bildung giebt. Ls hängt diese ihre Sorgfalt für das Tierleben eng mit der Ansicht zusammen, die sie über die Gesamtkcäfte der organischen Schöpfung überhaupt und der Tierwelt insbesondere hatten, welcher sie auf der Stufenleiter der erschaffenen IDesen eine höhere Stellring, als es sonst geschah, angewiesen hatten. Sie schreiben nicht tiur dent Tieres sondern auch der Pflanze einen gewissen Grad geistigen Lebens zu, für welches jeder unverdorbene Mensch Mitgefühl besitzen und zeigen müsse. Diesen Anschauungen entsprechen auch die mosaischen Gesetze, die wir hier in Kürze anführen wollett. Bei der Belagerung einer feiitdlichen Stadt durfte ntait an den Fruchtbaum keine Axt anlegeit, unt sich den Zutritt zur Festung zu erleichtern, „pst denn der Baum des Feldes ein Mensch, der vor dir in die Festung sich flüchten kann?" Das Gesetz: „Du sollst nicht verderben" hat in jüdischen Gesetzen die weiteste Ausdehnung erhalten, und jede Zerstörung war sündhaft. Aber welche Humanität findet sich in der mosaischen Gesetzgebung und in den andern Schriften der Hebräer erst gegen Tiere? Sie galteu ihnen als treue und unermüdete Gehilfen in der Haushaltung der Natur, die auf der Stufenleiter der geschaffenen IDesen ihre ihnen von Gott angewiesene Bestinnnung haben und geschaffen worden sind nicht zum Schmerz, sondern um sich ihres Lebens zu freuen. „Ls brüllen die Löwen nach Futter und verlangen von Gott ihre Nahrung, und die unzähligen Tiere, die großen und die kleinen, die da wimmeln in dem großen und geräumigen Meere, sie alle harren auf Gott, daß er ihnen gebe ihre Nahrung zur rechten Zeit.