Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- 21 (1897)
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 328 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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- Goslar 1× ep/1044636
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328 „Zuerst sollte das gute Aind für das Geld, las. sie an der Stickerei verdient hatte, zu einer' Aufführung gehen, aber sie wollte durchaus, daß ich dafür ins Freie fahren sollte, das liebe, gute Mädchen." Oer Alten that es wohl, mit jemand von dem, was ihr Herz bewegte, sprechen zu können, sie ahnte freilich nicht, daß sie ihrer Enkelin einen großen Dienst dadurch erwies. _ (Schluß folgt.) Die Harzburg. Zwischen stlsenburg und Goslar liegen an dem Bache Radau die Reste der harZburg. Sie gehört Zn den merkwürdigsten Burgen des harZes, ist auf -dein Burgberge erbaut und diente in der Zeitfolge als Götzentempel, Festung, Baitbschloh und Wallfahrtsort. stetzt sieht man nur noch einzelne Manerstücke ans der Erde Zwischen Bänmen und Sträuchern hervorgucken. Schon Zn Karls des Großen Zeiten standen auf dein Burgberge Gebätide, worin der Götze Grodo (der Große), der hanptgott der harZbewohner, verehrt ward. Man opferte ihm hier erstgeborene Kinder. Oer Gpferaltar, welcher von daher stammen soll, wird noch in der Kirche Zu Goslar aufbewahrt. Oer Götze selbst, der als ein magerer Mann abgebildet war, welcher mit nackten Füßen auf einem stachlichten Barsch stand und in der Rechten einen cBiiiicr mit Blumen, Obst und Früchten. in der Linken ein Rad hielt, ward 780 auf Befehl Karls des Großen, der ihn den Groten Düvel nannte, Zerstört, und an seiner Stelle das KreuZ aufgerichtet und mit einer Kapelle umgeben. Diese Kapelle ward 916 tiefer herunter verlegt und 1033 mit dem in Goslar erbauten Oome vereinigt. 1068 baute Heinrich IV. an derselben Stelle, wo der heidnische Götze voin kreuze verdrängt worden war, die HarZburg, eine schöne Burgfestttng, versehen mit einer herrlich geschinückten Kirche und * machte diesen Grt Zu seinem Lieblingssitz. Als er aber von hier aus die Rechte der Sachsen und Thüringer schniälerte, rücktet! im stahre 1073 an 60,000 Mann gegen sein eigentliches hoflager, gegen Goslar, und begehrten, der Kaiser solle die harZburg und andere Zwingburgen Zerstören, von wo aus er das Volk mit seinen geharnischten Kriegern in Schrecken setze. Rach langen, vergeblichen Llnterhandlungen ward die HarZburg endlich von den Sachsen erobert und ganz Zerstört. Als aber Heinrichs Macht später 1073 wieder wuchs, schlug er die Sachsen und baute die HarZburg wieder auf. Zm stahre 1137 erhielt Heinrich der Löwe die Burg vom Kaiser Friedrich H. Zum Geschenk, verlor sie aber wieder, und sie ging dann. poti Hand Zu Hand. Endlich kam sie an einen Raubritter, Schwichelt, als Geschenk für eine Martinsgans. Schwichelt trieb mit seinen Brüdern große Räubereien im Magdeburger Lande. Die Magdeburger verbanden sich deshalb mit den Halberstädtern und Goslarern, um die harZburg zu erobern. Sie bauten deshalb