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Israelitischer Jugendfreund · 1897-01-01 · 21 (1897) · p. Seite 323

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
3 (1897)
Issue
21 (1897)
Date
1897-01-01
Page
Seite 323 (sequence 3)
Language
German
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823 Darum, meine rieben, bemühet euch weiter, euren Litern Diebe und Treue Zu vergelten, infam ihr ihnen wiederum jrenöe macht, wie sie euch erfreuen und vergesset niemals das göttliche Gebot, datz ihr eure Eltern ehren sollt. Die erste und schönste Ehre aber, die ihr euren Eltern erweiset, ist der Gehorsam. Ein ungehorsames Kind ist ein schlechtes Kind, und ein schlechtes Kind ist ein schlechter Alensch. — Und ihr wollt doch keine schlechten Menschen werden! _ Die größte Freude. Erzählung für die fugend von 3- 5 0 111 0 ro s f y. 3m Mittelpunkte der Riesenstadt Berlin, an der Stelle, wo jetzt die Eentralmarkthalle steht, befand sich früher ein Schulhaus, in welchem die Klaffen der jüdischen Religionsschule untergebracht waren. An einem schönen Sonnabend-Nachmittage im 3a"uar standen vierl junge Mädchen vor der Thür des Schulhauses; die Uhr hatte erst drei vierte zwei geschlagen, und die Mädchen schienen durchaus keine Lust zu haben, früher als unbedingt nötig in die Klaffe zu gehen. 3e£* kamen noch zweir kleinere Mädchen dazu, und es entspann sich eine lebhafte Unterhaltung. „Habt 3hr schon Billets?" fragte die jüngste der Kleinen. „Schoil lange, und sehr gute Plätze," war die Antwort, „heute soll es nur noch siebzehnte Reihe geben." „Mir haben deshalb lieber Balkon genommen," bemerkte Elsa Kohn, ein hübsches fünfzehnjähriges Mädchen, das eben herangetreten war, „ich w a heute vorlnittag an der kaffe." „Vormittag," fragte die kleine Erna ganz erstaunt, „gehst Dn denn nicht in die Schule?" „Nein, Ernachen, seit Dezember nicht mehr, da wir ja doch Mitte Februar nach Beuthen zurückziehen; ich bin wohl die Einzige voll Euch, die lücht «lehr, die Schulbank drückt." „O nein, Elara Silberfeld besucht auch nicht mehr die Schule, schon seit Oktober, sie nimmt nur noch hier am Sonnabend Religionsstunde." „Menn nlail vom Molfe spricht, ist er ilicht weit," rief lachend Grete Müller, der eben hillzutreteilden Elara Silberfeld die Hand entgegenstreckend. Elara, ein für ihre vierzehn 3<?hre iloch sehr kindlich aussehendes Mädchen, begrüßte ihre Gesährtiilnen und wurde mit der Frage bestürmt, ob sie am Mittwoch auch zur Aufführung komme. „Nein, ich werde nicht hingehen," antwortete die Kleine mit einer Stimme, die unbefangen und ruhig klingen sollte, der ein feines Ohr aber doch verhalteile Thränen aniilerkte.

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