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Israelitischer Jugendfreund · 1897-01-01 · 20 (1897) · p. Seite 318

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Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
3 (1897)
Issue
20 (1897)
Date
1897-01-01
Page
Seite 318 (sequence 14)
Language
German
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318 schwer geworben, wohl traten ihm die Thronen in die Angen, da sein ehrwürdiger, greiser Lehrer ihn segnend entlieh, voll Wehmut dachte er an die schönen stunden, da er Zn dessen Zützen gesessen, den weisen Lehren lauschend. Richts hatte er vergessen, sein fester Wille, sein gutes Gedächtnis bewahrte alles auf wie einen Schatz. Und nun war er auf dein Wege nach seiner Heimat. Gin klarer, tiefblauer Himmel wölbte sich über ihn-, die Sonne lachte, und das Vorgefühl der Freude, seine Vaterstadt mit allen seinen Lieben wieder Zn sehen, verklärte sein durchgeistigtes Antlitz, wie würegn seine Freunde und Bekannten staunen, wenn er ihnen Proben seiner umfassenden Gelehrsamkeit geben würde, wie würden sie Zu ihm aufschaueu, ihn verehren ob seiner Größe und seiner weitzbeit. Und erst leis, dann aber stärker und lauter regte sich in ihm das Gefühl des Stolzes das Bewußtsein seines wertes und seiner Bedeutung. Ganz in diese Gedanken versunken, ritt er des Weges. Va schreckte ihn eine kreischende, mißtönende Stimme aus seinen Träumein. „Gott grüße Dich, Rabbi" -- hörte er sagen. Tr 'drehte sich um, mißinutig. ohne den Gruß Zn erwidern. Da stand ein Alaun neben ihm von einer Häßlichkeit, die jeder Beschreibung spottete. Der Uörper war iu allen Teilen verunstaltet, das Gesicht einer Fratze ähnlicher, denn einem Alenschenantlitz. Das einZige, was einigermaßen den ungünstigen Eindruck milderte, war ein Paar kluger Augen. Roch einmal scholl derselbe fromme Gruß dem Rabbi entgegen. Höhnisch lächelnd wendete er sich dem Häßlichen Zu und sagte: „Alensch, siiid in deiner Vaterstadt alle so hübsch"? Dein verspotteten drangen diese höhnischen Worte wie ^Messerstiche in die Seele, voll Bitterkeit sagte er: „Frage doch den Aleister, der mich geschaffen und mache ihm vormürfe, daß er sein Handwerk so schlecht versteht"! Diese Worte brachten den jungen Gelehrten Zur Besinnung, er erkannte sein vergehen und warf sich dem gekränkten Alaune Zu Zützen, ihn inständig um verZeihnng bittend. Dieser blieb hart und sagte nur: „wende dich an meinen Aleister, ihm sage, daß sein Werk jämmerlich sei". Rabbi Tlasar folgte ihm unablässig, bis sie endlich in die Heimat des Gelehrten kamen, jauchzend, jubelnd kamen ihm seine Freunde entgegen, um ihn mit ben höchsten Ehren Zu empfangen. „Friede sei init Dir, o Rabbi, o Aleister und Lehrer beschiede», s.i willkommen in deiner Heimat." Der Häßliche aber wandte sich und sagte: -wem gilt Euer Gruß, weni gebühren diese Ehrenbezeugungen"? „Das weißt Du nicht" rief inan ihm Zu. ,,Sie dich um, ihm, der deinen Schritten folgt, jubeln wir Zu. .„wenn dieser Euer Aleister ist," sagte er -- „weh Tuch, möchten nie solche Lehrer in Israel erstehen". Als er ihr Erstaunen sah, erZählte er die Beleidigung, die ihm widerfahren. Die Mitbürger Clasars

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