Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- 20 (1897)
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 317 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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317 Erna, wie wird’s dir ergehen! In Beratung sieht man stehen Jetzt die beiden strengen Herrn. Erna möcht entfliehen gern. Der Direktor spricht zu ihr: ,,Erna, wiederhole hier Vor der Klasge jedes Wort, Das im Parke gestern dort Zu Herrn Doktor du gesprochen." Ernachen ist ganz gebrochen, Jammert, bittet, fleht und weint, Doch kein Retter ihr erscheint, Muss die eitlen Prahlereien Kindisch dummen Schwindeleien Beichten vor der ganzen Klassen, Nicht ein Wörtchen darf sie lassen. — Stockte sie vor Wut und Scham, Schnell das Wort der Doktor nahm Und erzählte mit Behagen, Was ihm Erna vorgetragen. — — — Erna weinte bitterlich, Und verstohlen schlich sie sich, Als die Schule endlich aus, Tief beschämt zurück nach Haus! Ob sie künftig klüger worden, Weiss ich nicht. Herr Docktor Norden, Der Erzähler dieser Märe Meint, dass sie gebessert wäre. Eine Frage nur bleibt offen, Ist’s auch wahr? Wir wollens hoffen! Erzählungen aus dem Talmud. Don Dr. AI. Doctor. IV. Bescheidenheit und Rachsicht. Ju gehobener Stimmung kam Rabbi (Dafür, der Sohn Rabbi Simeons aus der Stadt, wo er seine Studien beendet hatte. Stolz schwellte seine Brust, denn er hatte das hohe Ziel, das ihm von Engend an vorgeschwebt, erreicht. Durch eisernen Zleih, durch unermüdliche Ausdauer, durch seine glänzende Begabung hatte er alle Alitschnler überflügelt, war er!>er Liebling seines Lehrers geworden nild hatte schneller die würde eines Rabbi erreicht als irgend einer seiner Genossen. Wohl war ihni der Abschied von so vielen freunden