Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- 20 (1897)
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 319 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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319 — fa^ßn die tiefe Rene, die Zerknirschung ans dein Antlitz des Gefeierten. „Verzeihung für ihn, den großen Gelehrten", rief bittend und flehend die die ganze Menge. „stch verzeihe ihm", sagte der Häßliche, aber nur in Rücksicht auf Luch. Alöge er niemals mehr dergleichen thnn. Rabbi Glasar vergaß diese vehre sein ganzes veben nicht. Gr eröffnete seine religiösen Vorträge mit den Worten l „Sei biegsam wie ein Rohr, ö. h. sei gütig gegen alle, nnd sei nie stolz wie ein Veder, d. h. sei nicht unerbittlich gegen Deine Releidiger. Das sei von nun an mein wahlspruch." Gr hat ihn treulich gehalten. Spruch. wie kannst des Weges du nicht fehlen, Der sicher dich zum Guten führt? Thu', was dich vor dir selber ziert Und was dich ehrt in andrer Seelen. Mb leicht, o schwer, thu' allerwegen, was Gott dir auferlegt als Pflicht; Dein blöder Sinn vermag ja nicht Der Thaten folgen abzuwägen. Die Tugend ruft: du sollst entbehren, Sollst Opfer bringen deiner Pflicht; Die Sünde stachelt dein Begehren, Und schmeichelnd klingt, was sie verspricht. Doch schreiten hinter diesen Beiden Hie Seelenpein, dort Herzensruh. — M, zögre nicht, dich zu entscheiden, wie dein Gewissen rät, so thu'. Und willst du dich der Sünd' erwehren, So denk, daß Gott dich stets umgiebt. Sein Aug' wird seh'n, sein Ohr wird höreil, was iin verborgnen Du geübt. In selbst geschriebener Geschichte Trägt jede That sich zu Gerichte. (Aus: sArke Abotl») Dr. S. Kristeller.