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Israelitischer Jugendfreund · 1897-01-01 · 20 (1897) · p. Seite 313

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
3 (1897)
Issue
20 (1897)
Date
1897-01-01
Page
Seite 313 (sequence 9)
Language
German
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313 hörte, wandte er sieh an den König Friedrich Wilhelm IV. von Preussen. Der hochherzige, edelsinnige Monarch erklärte sich sofort bereit, für eine Frau, die, so lange es ihre Kräfte erlaubten, thätig für das allgemeine Beste mitgewirkt, im Alter zu sorgen. Der König, welcher als Knabe einmal das Ilerz’sche Haus besucht hatte, betonte dass, da die Hofrätin Herz „eine Frau, deren Manien er schon in frühester Kindheit mit so inniger . Hochachtung habe aussprechen hören“, selbst nichts erbeten habe, die ganze Angelegenheit in die, Hände des Herrn von Humboldt gelegt werden. Die Greisin erhifcTt sofort ein Geschenk von 50 Friedrichsd’or, uni eine jährliche Pension von 5()0 Thalern aus der Privatschatulle des Königs wurde ihr bewilligt; jeder Dank wurde abgelehnt und die zarte Form erhöhte den Wert der Gabe noch bei weitem. Die Säcbfücbc Schweiz. IFeu Hätte noch niemals von der sächsischen Schweiz gehört? Von den hohen Bergen und tiefen Thälern, den Felsenkegeln und Steinschluchten, den Bächen und Wäldern, die dem Meißner Hochlande sein schweizerisches Ansehen geben? Da, wo die Elbe nach Sachsen sich windet, von Berggieshübel bis in die Lausitz sich ausbreitend, liegt diese Gegend, welche man die Sächsische Schweiz genannt hat. hohe Berge mit reizenden Fernsichten und Ungeheuern Steinmassen wechseln mit freundlichen Thälern, mit fürchterlichen Schluchten und Abgründen; und die Sandsteinfelsen stellen oft die wunderbarsten, bald Staunen, bald Entsetzen erregenden Gruppierungen dar. Neben dichten Waldungen, welche die Berge umhüllen, ziehen sich Felder und Wiesen bis über die steilen Berghänge hinauf und geben dem Ganzen ein belebendes, freundliches Ansehen. Durch die bald weiten, bald engen Thäler, oft über Felsenmassen sich herabstürzend, strömen krystallreine und forellenreiche Bäche, die zahlreiche Wühlen in Bewegung setzen und dem holzbetriebe aus den fernen Waldungen nach der Elbe die schönste Erleichterung verschaffen. Auf den höhen und am Fuße der Berge liegen zahlreiche Dörfer, umgeben von Feldern und Wiesen oder versteckt hinter Bergen und Wäldern; und im Mittelpunkte der Sächsischen Schweiz, am schmalen Wiesenufer der Elbe, winkt das freundliche Städtchen Schandau dem Wanderer entgegen. Mögen auch dem Meißner Hochlande die Berghöhen und Felshörner, die Gletscher und Eisfelder, die donnernden Wasserfälle und Ungeheuern Seeen, die Gemsen und Adler, die Auh- und Sennhirten der echten Schweiz fehlen, immer wird es aus der Nähe und Ferne die Naturfreunde herbeilocken-und den herrlichsten Gegenden Deutschlands den Vorzug streitig machen.

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