Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- 20 (1897)
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 314 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Wenn man von Pillnitz, wo der Borsberg den Eingang zur Sächsischen Schweiz bewacht, über Lohmen und durch den Gttowalder Grund mit seinen 60 m hohen, schauerlichen, überragenden Felsen auf den hohen Felsenvorsprung der Bastei hinaustritt, da sieht dus Auge, nach Osten gewendet, nur Berge und Felsen, bald einzel stehend, bald aneinander gereiht, wie Riesen vor den erstaunten Blicken. Bon der Bastei steigt der Wanderer ttef hinab in den Amselgrund, wo der brausende Amselfall über eine hohe Felsengrotte hinabstürzt, und schreitet dann über die höhe .dem amwaldeten Hochsteine zu. In eine schauerliche Tiefe schaut das Auge hinunter zum tiefen Grunde, durch welchen der polenzbach bald sanft und leise, bald tosend und rauschend dahinströmt, Durch eine Felsenschlucht führt der weg auf Sliegen und Lettern in den Grund hinein, dann steil hinauf nach Hohenstein mit seinem halbzerfallenen Schlosse, und weiter den kahlen Felsenplatten des Brand's zu. wie ein Silberfaden schlängelt sich die polenz im tiefen Wiesengrunde um den Fuß des Felsens, und ringswn bis an den fernen Horizont liegt die herrliche Schweizergegend ausgebreitet. Auf fast senkrechten Treppen und steilem Sandwege gelaugt man in die Tiefe des Thales, welches immer freundlicher sich erweitert und endlich zum schönen Elbthale und dem nahen Schandau hinab leitet. Durch den frischen Waldesduft des romantischem Kirnitzschgrundes, von Felsenwänden, die wie Riesenmauern sich auftürmen, und dichtbewaldeten höhen begrenzt, wandert der Reisende am Wasserfalle vorüber auf Schlangenwegen hinauf zum mächtigen Felsenthore des Kuhstalls. wusik begrüßt ihn, durch Spalten und höhlen umklettert er die hohen Felsenmassen. Jetzt führt der weg wieder hinab in das weite Waldthal und hoch hinauf zum Winterhäuschen bis auf die höchste Spitze des weißner Schweizerlandes, den großen winterberg, weit schaut das Auge hier hinein in das Sachsen- und Böhmenland, und überall erheben sich waldige Bergreihm und Bergspitzen und kahle Felsenwände und Felsenkegel. Bach Süden zu begrenzt den Horizont der riesengrabähnliche Schneeberg; weiter vor ihm stehen der große und kleine Zschirnstein, und näher dem Auge des Beschauers die Kaiserkrone und der Zirkelstein, wehr nach Westen gewendet, erblickt man die Kuppelberge, den Papststein, den Pfaffenstein, den stark befestigten Königsstein und ihm gegenüber den Lilienstein, und seitwärts an ihm vorbeischauend in nebliger Ferne den Spiegel der Elbe bei Pillnitz, und die stolzen Türme von Dresden. Östlich schaut man ins Lausitzer Gebirge mit seiner höchsten Kuppe auf sächsischem Gebiete, die Lausche. Born winterberge gehts nach Böhmen hinein zum prebischthore, wo die Felsen eine hohe Brücke gebildet und in wunderbaren Gruppierungen sich gestaltet haben. Tief hinab steigt man ins Thal, das nach dem böhmischen Dorfe hirnischkretschen führt, wo ein Dampfschiff, deren jetzt acht bis zehn den Elbstrom durchforschen, des müden Wanderers wartet, um ihn auf Sachsens Hauptstrome hinaufzuschaukeln.