Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- 20 (1897)
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 311 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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311 und ' der Klage wieder erzählen, die ehemals von dieser Stätte aus zum emporgerufen worden sind. — Herr und Frau Goldstein waren gleich nach ihrer Ankunft in ihr ehemaliges Wohnhaus gegangen, das jetzt der Wirt, der Almas Ulutter ausgenommen hatte, bewohnte. Hochfeld uud Abna aber standen Hand in Hand an jener Stätte, wo sie sich von dem Geisteeines ehemals gewarteten Wenfchenkindes umschwebt wähnten, das für sie gelitten und gekämpft hatte. Lange weilten sie in stillem Gebete an dieser für sie so heiligen Stätte. Dann verließen sie dieselbe und gingen Arni in Arm in das Haus, woselbst das Goldsteinsche Ehepaar weilte. Zehn Zahre sind seitdem dahingeschwunden. Es ist wieder das Fest der Hütten herangenaht, und ich bitte meine freundlichen Leser, mit nur noch einmal in das ehemals Goldsteinsche Haus in O. zu gehen. Wir werden dort an derselben Stelle, wo vormals eine Hütte gestanden, wiederwn eine solche vorsinden. Eben betritt der Lehre.' Albert Hochfeld, aus den: Gottes- Haufe heimkehre cd, die Hütte. Jfym Zur Seite schreitet sein siebenjähriges Söhnchen Julius. Am festlich geschmückten Tische sitzt sein Weib, seine Al na. Die verflossenen Jahre waren nicht im Stande gewesen, ihr auch nur etwas von ihrer Frische zu rauben, sie prangt heute noch in derselben Lieblichkeit wie ehedem. Vor ihr liegt ein altes Gebetbuch, das noch innner von ihr hoch in Ehren gehalten wird. An ihrem rechten U uttelfinger glänzt ein eigenartig geformter Ring, den ein Edelstein schmückt. Neben ihr sitzt ihr fünfjähriges Töchterchen Amalie. Neugierig schweifen die Blicke des Kindes über all öcu Schmuck, den die Hütte ziert. — Und die Alten? fragst Du, lieber Leser. Ach, sie haben sich schon längst zur ewigen Ruhe hingelegt, nachdem sie noch einige Zeit Zeugen des hohen Glückes ihrer Kinder fein konnten.-— Beim Eintritt Hochfelds erhebt sich Alma, um diesem mit glückstrahlendem Gesichte, wie ehemals, den Festesgruß zu bieten. Der glückliche Hochfeld schließt sein gutes Weib in feine Arme und spricht: „Alma, geliebtes Weib, heute wiederum, wie alljährlich an diesem heiligen, weihevollen Abend spreche ich dem Herrn des Himmels j?reis und Dank aus dafür, daß er mich so hoch beglückt hat, indem er mir Dich geschenkt, Du Geliebte meines Herzens. Wöge er mir noch lange dieses Glück erhalten, das mir befchieden ward „in des Königs Rock". Endel