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Israelitischer Jugendfreund · 1897-01-01 · 20 (1897) · p. Seite 310

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Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
3 (1897)
Issue
20 (1897)
Date
1897-01-01
Page
Seite 310 (sequence 6)
Language
German
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310 XIII. Kapitel. Die Aufzeichnung. Die Dienstzeit hock.felds ging ihrem Tude entgegen. Die letzten Wochen waren ihm wie im Traume dahingeschwunden, denn er lebte im Hause lieber Verwandten und in der Nähe seiner lieben Alma, die am Tage vor seiner scheiden aus 0. mit ihm verlobt werden sollte. So war denn der letz!e Tag herangenaht, an welchem Hochfeld sich den Kocks des Königs entledigen konnte. Zuvor aber hatte noch eine Vorstellung vor dein Bataillonseommandeur stattzufinden, der sich von den Leistungen der Sckulcandidaten persönlich überzeugen wollte. Tr war sehrbefriedigt. Ncnnentlich sprach er hccl seld sewe vollste Av.eiieuvuiig aus und bemerkte: „Ich habe wiederholt von Ihrem Eifer, den Sie stets im Dienste bewiesen haben, gehört und war erfreut, daß Ihre Vorgesetzten mit Ihren Leistungen zufrieden waren. Ts freut mich run so inehr, dies lobend anerkennen zu können, als Sie jüdischen Glaubens sind und ich die Erkenntnis gewonnen habe, daß auch Inden bei gutem Willen tüchtige Soldaten sein können. Ich stehe auch nicht an, angesichts der tüchtigen Leistungen, die sie eben gezeigt haben, Sie zum Gefreiten zu ernennen, eine Auszeichnung, die fo'i"t Leuten mit so kurzer Ausbildungszeit mcht zuerkannt wird, die Sie aber anspornen soll, sich auch für alle fernere Zeit als treuer, mustergültiger Soldat Sr. Klajestät, unseres obersten Kriegsherrn, zu bewähren. Diese Worte des hohen Vorgesetzten hatten Hochfeld in einen Freudentaumel versetzt. Alle Leiden des Dienstes waren vergessen, die Freude dieser Stunde hatte die Erinnerung an sie ausgelöscht. * * Hochfeld hatte eben den „Kock des Königs," den im letzten Womente noch die Beweise der seltenen Auszeichnung schinückten, mit seinem eigenen vertauscht und kehrte heim in das Haus seiner Lieben. Vor demselben stand ein Wagen, der sie alle nach dem benachbarten S. bringen sollte. Denn eine Pflicht der Pietät wollten sie erfüllen. Sie wollten jenen Ort aufsuchen, wo die Blutter Almas ihren jähen Tod gefunden. Jene Stelle, wo sie ihre Seele ausgehaucht, war am meisten dazu geeignet, sich von ibrem Geiste umschweben zu lassen und ihr Andenken zu ehren und zu heiligen. — Ts war an einent schönen Nachmittage, als unsere Freunde an jene verhängnisvolle Stelle kamen. Seit jener Katastrophe war daselbst kein Gebäude mehr errichtet worden. Vielmehr ragten dort mächtige Lindenbäume ihre gewaltigen Gipfel in die höhe, in deren Zweigen es wehmütig zu rauschen schiev, als wollten diese ein Klagelied anstimmen, all die Worte des Jammers

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