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Israelitischer Jugendfreund · 1897-01-01 · 20 (1897) · p. Seite 309

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
3 (1897)
Issue
20 (1897)
Date
1897-01-01
Page
Seite 309 (sequence 5)
Language
German
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309 in seine Anne, ihn als seinen Neffen und nächsten Verwandten, den er besaß, begrüßend. „Du bist/' sprach er, „mein Blutsverwandter und hast somit Anspruch aus alles, was ich besitze, zumal Deine Mutter ihr väterliches Erbe noch nicht erhalten hat." „Nicht doch, lieber Onkel," beeilte sich der Neffe zu entgegnen, „noch ist Alma da." „Nun, lieber Junge," hob da lächelnd der Onkel an, „das läßt sich ja auf ganz einfache Meise lösen." Frau Goldstein warf einen fragenden Blick auf ihren Alaun, der nun fortfuhr: „3* glaube, liebe Minna, unsere Ainder haben sich einander ganz gern, ich schließe dieses aus so mancherlei Amständen. Die liebe Alma wird freilich tief bedauern, den so unerwartet gefundenen Bruder wieder eben so schnell entbehren zu müssen. Das Gefühl der Geschwisterliebe sollte sie leider nur kurze Zeit empfinden. Menn sie des Zrrtums inne werden wird, der sie unffangen hält, wird sie gewiß tief betrübt sein. Schon fühlte sie sich so hoch beglückt durch das innige, verwandtschaftliche Band, das sie mit unserem Neffen verknüpfte." „Nun," wagte jetzt Hochfeld scherzend einzuwerfen, „was ein verhängnisvoller Zl'ckmn zerstört hat, kann jetzt um so fester wieder ausgebaut werden. 3ch denke, meine sieben, daß ich Eurer Zustimnmng gewiß bin." „Dein Glück ist auch das unsrige," entgegneten der Onkel und die Tante, und Hochfeld drückte gerührt die Hand der lieben Verwandten. „Nun erübrigt noch, die liebe Alma mit dem traurigen Lebens - schicksale ihrer Mutter bekannt zu machen," sagte Albert. „Nicht doch, lieber Albert," wehrte die Tante ab, „laß das für heute sein. Ersparen wir vorläufig dem ohnehin leidenden Mädchen jede weitere Aufregung. Es würde zu viel auf einmal auf sie einstürmen und dies noch inehr schädigend auf sie einwirken. 3m übrigen werde ich es selbst übernehmen, sie auf ahes vorzubereiten." „O, liebe Tante, wenn du wüßtest, welch heißes Verlangen ich trage, meine liebe 2llma Euch als meine kleine Braut vorstellen zu können!" „Da sieh' einmal nun einer die stürmische Jugend an!" sprach da Herr Goldstein. „Du hast recht, lieber Onkel," erwiderte Hochfel-, „ich will um Almas willen mich in Geduld fassen." „Jetzt, meine Lieben," fuhr er fort, „muß ich Luch auf einige Stunden verlassen. Ihr wißt, daß nieine Anwesenheit im Trauerhause erforderlich ist." Mit diesen Morten entfernte sich Hochfeld, und er kehrte erst am späten Nachmittage heim.

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