Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- 19 (1897)
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 291 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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3it des Königs Hocf. Erzählung von 3herzberg. Verfasser der preisgekrönten Erzählung „David und Jonathan." (Nachdruck verbeten). (Fortsetzung) (Alle Rechte Vorbehalten.) X. .Kapitel. Girre Wclnötung. In Gedanken vertieft legte Hochfeld den Meg nach dem Hause Rosenheims zurück. Mie ein Traum erschienen ihm die Ereignisse, die sich bei Goldsteins zuzetragen hatten. Mie scbwer wurde es ihm auch, sich mit den, Gedanken an die neue Lage vertraut zu machen, in die er durch einen an sich unbedeutenden Vorfall gebracht wurde. Aber auch noch rine ganze Anzahl ungelöster Rätsel und unbeantworteter Fragen harrten ihrer Lösung, ihrer Beantwortung. — was enthielt jenes verschlossene Schriftstück, das ihm Goldstein heute noch überreichen wollte? Gab sein Inhalt eine befriedigende Antwort auf alle Fragen, konnte er alle Rätsel lösen? Marun, blieb die Mutter seit dem Verlassen der Heimat verschollen? wie konnte sie ihres Sohnes ganz vergessen? Marun, gab sie nie ein Lebenszeichen, eine Mitteilung an den Pflegevater Hochfelds über ihren jeweiligen Aufenthaltsort? — — Mieder stiegen in dem Geiste Hochfelds die schauerlichsten Bilder auf. Mittlerweile war er in der Mohnung des Herrn Rosenheim angelangt. Dieser enrpsing ihn mit größter Zuvorkommenheit. In seiner leutseligen Meise begann er zu Hochfeld also zu sprechen: „Herr Hochfeld, ich habe Sie um Ihre Unterstützung im gegenwärtigen Trauerfalle bitten lassen, anläßlich dessen es noch ganz besonderer Vorkehrungen bedarf, da es gilt, einem langjährigen, pflichtgetreuen und allbeliebten Beamten die letzte Ehre zu geben, in einer Meise, die seiner und der Gemeinde würdig ist- Ihr Haupt,nann hat Ihnen auf meine Bitte hin bis nach der Beerdigung Urlaub erteilt." „Ich bin gern bereit, Sie zu unterstützen; verfügen Sie über mich." „Der verstorbene Lehrer Aronheim pflegte stets in vorkom,„enden Sterbefällen alle Anordnungen zu treffen, die Mafchung der Leiche zu überwachen, das Nähen der Sterbekleider zu beaufsichtigen, wie überhaupt in jeder Hinsicht hier selbständig die notwendigen Maßregeln zu treffen. Es ist dies um so niehr in unserer Gemeinde erforderlich, als wir noch keinen Verein besitzen, der sich die Verrichtung solcher Liebesdienste zur Aufgabe stellt." „Ich bewundere dies sehr," warf Hochfeld ein. „Mir haben bisher einen solchen noch gar nicht entbehrt. Ich werde aber demnächst die Gründung eines solchen Vereins anregen. Im gegen-