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Israelitischer Jugendfreund · 1897-01-01 · 18 (1897) · p. Seite 281

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
3 (1897)
Issue
18 (1897)
Date
1897-01-01
Page
Seite 281 (sequence 9)
Language
German
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— ‘281 hoffentlich? habt ihr euch-nicht .aller dieser- Sünden schuldig gemacht; aber prüfet euch selbst, um zu sehen, welche von ihnen ihr im verflossenen Jahre begangen habt; jede muß svrfäktig überlegt werden! Mie' wenige von euch können z. B. bei den Morten „wir'haben betrogen" bestimmt erklären, daß sie stets aufrichtig, nie heimlich oder ^hinterlistig waren in ihrem Verhalten gegen andere! Menn‘ihr mitsprechet ,;wir haben gestohlen," so ist ja deswegen noch nicht nötig, daß ihr wirklich etwas genommen habt, was einem andern gehört. Aber könnt ihr auch mit gutem Gewissen sagen, daß ihr in der Schule oder im Hause stets ^vollkommen ehrlich wäret? habt ihr niemals die Aufgaben von anderen abgeschrieben und sie als Ergebnis eures eigenen Fleißes vorgezeigt, oder habt ihr nie die Gedanken anderer für eure eigenen ausgegeben? All das wäre Unehrlichkeit und ein „moralischer Diebstahl", und ihr könnt für diesen Fall reuig bekennen!. „VOk haben gestohlen." „Mir haben verleumdet." Dies äst eine der verbreitetsten und zugleich gefährlichsten Bünden, und wie oft begeht, ihr sie ganz gedankenlos! Ihr habt irgend ein Geschwätz über einen eurer Freunde und Bekannten gehört und erzählt es weiter, mdem ihr' vielleicht absichtslos'etwas Schlechtes hinzufügt. Ihr denkt-nicht an-das Unheil, das-ihr anstiftet, denn ich glaube nicht, daß ihr boshaft seid, Liebe Rinder, vergesset-nie,-daß etwas häßliches oder Unangenehmes über einen andern immer besser unausgesprochen bleibt. „Mir waren gewaltthätig." Maret ihr innner sanft und freundlich? Oder g bt ihr nicht oft' dem Zorne Baum und ließet euch von der Leidenschaft Hinreißen? „Mir waren widerspenstig und aufrührerisch." Ja, liebe Rinder, ich fürchte, daß gar viele von *euch bekennen müssen, zuweilen sich nicht willig dem Ausspruch der Eltern gefügt und, in der-Uleinung es besser zu wissen, sie durch Trotz gekränkt zu haben- .. „Mir haben. bedrückt." habt ihr.-ans der Schwäche anderer Nutzen gezogen? habt ihr Rnaben mit öenen angebunden, die schwächer sind als ihr, anstatt daß ihr ihnen viebnehr geholfen hättet? Und ihr Ulädchen, wie betrugt ihr euch-gegen jüngere Schwestern oder gegen die, welche weniger gewandt sind als ihr? Bedenket alle diese Fragen wohl bei euch selbst. Ihr werdet erkennen, wo ihr gefehlt habt und es dann aufrichtig bereuen, wenn ihr wünscht in das „Buch des Lebens" eingeschrieben zu werden,'d. h. Gottes Verzeihung zu erlangen. So wollen wir denn Gott danken für'den Festtag, indem wir uns mit Geist und Rörper vor ihm denrütigen! (Nach „Mechajil el chaj'il, von Kraft zu Kraft," *- - l! ‘ Frankfurt a. ITC;, Kaufmann.)

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