Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- 18 (1897)
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 280 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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— 280 — „Danken Sie nicht," entgegn ete -er Vater gerührt, „den Dank hat uns Alma schon dadurch abgestattet, daß sie das Dunkel, das -er Verlust.bes eigenen Kindes jäh in unfern Kreis, in unsere Seelen geworfen, verscheucht und Sonnenschein uns gebracht hat. Und nun, meine Lieben, laßt es genug sein. Fügen wir uns in Gottes Schickung, und nehmen, wir dankbar aus seiner Hand, was er uns sendet, entbehren wir aber auch gerne das, was er uns in seiner Weisheit versagt. Gehen Sie jetzt, junger Freund, zu Herrn; Rosenheim, der soeben nach Ihnen gesandt hat." _______ (Fortsetzung folgt). 3om Aippur, der Oersöbnungstag. „Und ain zehnten des Wonats sollt ihr euch kasteien und keinerlei Arbeit verrichten" (3. Buch Klos. 16,29). wir sollen uns nicht nur jeder'alltäglichen Arbeit enthalten, sondern sollen auch bemüht sein, uns von-allen alltäglichen Ge.anken und Handlungen loszulösen, um uns mit unserem eigenen Herzen zu verständigen. Glaubet ja nicht, weil ihr noch jung seid, daß der versöhunngstag nichb-so rnst und so notwendig sür euch ist, wie für ältere; er ist es wohl.- Ebenso wie eure körperlichen Kräfte, so nehmen auch eure geistigen Kräfte mit - den Jahren zu, und wenn ihr eure Fehler nicht bekämpft und besiegt, so werden sie immer größer und stärker und werden euch mit der Zeit besiegen. Durum müßt ihr an diesem feierlichen Tage euch selbst - prüfen, eure Fehler und Kränge! vor Gott eingestehen und den festen Vorsatz fassen, sie abzulegen und besser zu werden, habt ihr aber den Vorsatz gefaßt, so gilt er Gott gegenüber als ein versprechen; ihr dürft dann nicht inehr in dieselben-Fehler zurückfalle.i, sonst seid ihr Gott gegenüber wortbrüchig;- und das wollt ihr doch jedenfalls nicht! And wenn ihr an: versöhnungstage betet, so laßt mich euch bitten, bei euren Gebeten den Namen Gottes und sein heiliges Haus nicht zu entweihen, indem eure Lippen Worte aussprechen, bei denen ihr euch nichts denkt, sondern: seid andächtig und nüt Überlegung, namentlich wenn ihr das Sündenbekenntnis sprechet. Gs steht im Gebetbuch und wird an diesem Tage mehrmals gesprochen. Ts lautet: „wir haben gesündigt; wir haben betrogen; wir haben gestohlene wir haben verleumdet; wir waren ungerecht und sündhaft, stolz, gewaltthätig; wir erteilten schlechte Ratschläge; wir sündigten durch Spott, Empörung,, Lästerung, Eigensinn; wir übertraten die Gesetze, bedrückten andere, waren hartnäckig, nahmen Bestechung und verleiteten andere zum Irrtum; wir haben uns abgewendet von Deinen weisen Lehren und Vorschriften, und dies war nicht zu unserem Besten. Aber Du bist gerecht in allein, ' was uns zukommt; denn du verteilst alles höchst weife, wir aber haben gefrevelt."