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Israelitischer Jugendfreund · 1897-01-01 · 16 (1897) · p. Seite 254

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
3 (1897)
Issue
16 (1897)
Date
1897-01-01
Page
Seite 254 (sequence 14)
Language
German
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254 meinen Kamcraöcn geworden ist, weiß ich nicht; ich rettete mich ans Land, wanderte Tage lang in tiefem Elend durch die Wälder, kniete vor den Hütten der Wilden nieder und legte beide Hände zusammen; ich erhielt Speise un5 Ci-mif. Ich kam ans JUecr und verdingte mich als Schiffskoch. Ich kam nach Buenos-Ayres, ich fa id keine Arbeit, verzweifelnd ging ich durch die Straßen; da sprach mich ein Bettler um eine Gabe an, und jetzt, jetzt stel mir die Rlitgabe deiner Bcutter ein; ich fand sie noch und behändigte sie dem Bettler, plötzlich entstand ein großer Auflauf, der Bettler zeigte den Um« stehenden, was ich ihm geschenkt, es war ein Bierteldukaten. Er brachte mir das Geld wieder, ich hätte mich wohl geirrt, ich verneinte. Ein mit zwei stattlichen Pferden bespannter Wagen fuhr heran. Im Wagen saß ein vornehm aussehender Mann. Er stieg aus und fragte, was da vorgehe und ich erzählte ihm alles; er fand es ehrenhaft, daß ich in meiner Not die 2Nitgabe nicht für mich verwendet habe, und als ich ihm auf feine Frage erklärte, daß ich als Aoch einen Bienst gesucht habe, eigentlich aber das Wetzgerhandwerk gelernt hätte, lächelte er und sagte, da känre ich au den rechten 21Tann. €lselber war der Besitzer des größten Schlachthauses, und wenn ich dir sagen würde, wie viel Ochsen und Rinder und Schafe täglich da geschlachtet werden würdest du es für Prahlerei halten. Aurzum, der Wann nimmt mich in fein Baus, usd Rcanuela ist seine Tochter, ich wurde der Schwiegersohn. 27nn denke dir die Freude deiner 2Nutter, wenn ich ihr das alles hätte erzählen können! Ja, daß meine Eltern tot sind, ist hart, 'aber daß deine Amtier tot ist, ist es mir nicht minder. Ein £cmb ohne Regen. Hätte ich gewußt, daß dir, freundlicher Leser, letzten Sommer über so manche Landpartie durch das böse Regenwetter verdorben würde, ich hätte dich längst im Geiste wenigstens in ein Land mit ewig heiterem Himmel geführt. Nicht an eine glühende Sandwüste mußt du denken, nein! — An ein üppiges Saatland mit herrlichen jDalmwäldern und Fruchtbäumen. Hente finden sich dort zahlreiche Städte und volkreiche Ortschaften. Ruinen schöner Bauwerke, uralte Tempel un6 Grabkammern erzählen mit rätselhaften Inschriften von der großen Vergangenheit dieses Landes — ohne Regen. In So konnte einstmal der bibalten Seiten war es die Aornkammer der Welt. lische Josef seinen Brüdern es mit Gutem vergelten, daß sie ihn als Anaben dahin als Sclaven verkauft hatten! Egypten — du hast den Namen längst richtig erraten — ist ein von üden nach Norden verlaufendes Thal, beiderseits von niedrigen Höhen beg Witttelmeeres Waffcrdunst bisweilen Niederschlag gelangen

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