Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- 16 (1897)
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 252 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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252 sie sich stets ehrfurchtsvoll und sagte öie üblichen hebräischen Worte, die in deutscher Sprache lauten: „Vas Andenken des 5rominen sei gesegnet." wenn wir Geschwister also in Streit geraten waren, sagte sie: „Kinder, laßt Luch erzählen, was ich von Rabbi Yehuda, gesegnet se' sein Andenken, gehört habe." Aber auf dem Grund und Roden der Geschwisterliebe ist der heilige Tempel Zn Jerusalem erbaut worden. Als König Salomo den Tempel bauen wollte, lag er eines Rachts unruhig in seinem Bette und konnte nicht schlafen, denn er wußte nicht, wohin er den Tempel bauen sollte. Da rief ihm eilte Stimme vom Himmel Zm „Steh ans unö geh hinauf auf den Berg Zion, da ist der Boden. Dot.i haben Zwei Brüder Zwei Äcker neben einander; der eine Bruder ist reich und hat viele Kinder, der andere Bruder ist arm und bat keine Kinder. Sie haben heme am Tage geerntet und Garben gebunden und jetzt in der Rächt steht der arme Brgöer am untern Gnde seines Ackers und deukt: mein Bruder ist Zwar reich, aber er hat so viele Kinder, ich will ihm von meinen Garben geben. Der reiche Bruder steht am obereu Ende seines Ackers und denkt: sich habe Zwar viele Kinder, aber mein Bruder ist so arm, ich will ihm von meinet] Garben geben. Geh hinaus und Du wirst sehen. König Salomo ging hinaus, und da sah er, wie der eine Bruder am oberen Ende Garben herüber schob und der andere Bruder am unteren Ende Garben hinüber schob. König Salomo hat die Äcker erworben und darauf den Tentpel erbaut- Kinder, merft euch das; Auf Grund und Boden der Geschwisterliebe ist der Tentpel Zion erbaut worden. * * * Rlein jüngster Bruder Julius war als Arzt nach Amerika ausgewandert. <£r schrieb der Rlutter oft, er werde ihr etwas schicken. Da er das Besprechen oft wiederholte, schrieb ihn: die Rlutter einen Brief. (Sie konnte nicht in deutscher Schrift schreibet!, sie schrieb deutsch mit hebräischen Buchstaben. Der Brief lautete ungefähr: Lieber Sohn Julius! Du schreibst mir, daß Du mir was schicken willst, will Dir ein Raatsel (so nannte sie eine Parabel) erzählen; Cs war einmal ein König, der ging mit seinem Hofstaat auf öie slagd. Auf eineni Berge ließ er sich eine RtahlZeit Herrichten, und da sah er einen Hirten int Thal bei seiner Heerde. Der Köttig schickte einett Hofbeöienten Zu dem Hirten, er solle fommen und mit dem König speisen. Der Hirte ließ sagen, er bedanke sich recht schön, fötttte aber heut nicht kommen, denn er habe heute Fasttag. Da schickte der König wieder und ließ sagen, er solle