Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- 16 (1897)
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 251 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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251 Er gedachte des herzlichen Grußes, der ihn: beim Betreten der Hütte seitens der Mutter wie auch der Tochter entgegengebracht worden. Sein geistiges Auge schweifte nochmals über all die Herrlichkeiten, die die Hütte schmückten. Da blieb es an einen: Gegenstände hasten, der sein Auge schon eimnnl gefesselt hatte und, wenn auch nur stüchtig, seltsame Gedanken in ihm hatte aussteigen lassen, denen Ausdruck zu geben, er bisher noch keine Gelegenheit gesunden hatte. — Das Gebetbuch! — war es nicht demjenigen, das er besaß, zum verwechseln ähnlich? Sollte es noch mehr Exemplare solcher alten Bücher geben? Diese fragen drängten sich ihn: auf, und bald wollte er Gelegenheit nehmen, sich darüber Auskunft zu verschaffen. Mit diesem Borsatze legte sich hockffeld zur Ruhe. Süße Träume zauberten ihm wieder liebliche Bilder vor die Seele und verließen ihn erst, als er am anderen Morgen erwachte. (Fortsetzung folgt.) MerlKol'd Auervach's Mutier. von S. Aottzschitd- Worms. Im Jahre 188\ feierten der Großherzog und die Großherzogin von Baden das Fest der silbernen Hochzeit. Unter anderen sinnigen Gaben sollte dein Großherzoglichen Paare eine Schrift überreicht werden, welche nur Beiträge von badischen Schriftstellern enthalten sollte, oder von solchen, die den: großherzoglichen Hofe nahestanden. Zu Letzteren gehörte in erster Linie Berthold Auerbach, der sich, wie aus seinen Briefen an Jakob Auerbach hervorgeht, nüt allerlei Plänen für diese Schrift trug, schließlich aber alle fallen ließ und sich zu nachstehender literarischen Gabe entschloß, welche, da das Werk nicht im Buchhandel erschien, nur wenigen bekannt wurde und die ich zu des Dichters Todestage allgenreiner bekannt nrachen nröchte. Geschichten meiner Mutter. Wenn mir bei echtem Menschen wohl und heimisch ist, erzähle ich gern von meiner Miller, und so meine ich, ich dürste auch dem herzlich verehrten grotzherzoglichen Paare zu seinem Ehrentage davon erzählen. Mein Vater starb 1840, meine Mutter 1852. wir waren elf Geschwister sechs Schwestern und fünf Brüder. Meine Mutter hat von uns allen Enkel erlebt. Als wir Geschwister noch alle zu Hanse waren, gab es natürlich auch Reibereien und Streitigkeiten unter uns, und da erzählte die Mutter gerne eine Geschichte. Sie hatte in ihrer Jugendzeit viel im Hause des Rabbi Yehuda gelebt, der neben meinem großelterlichen Hanse, dem Gastbofe znm Gchsen, in Rordstetten wohnte, wenn meine Mutter den Rainen des Rabbi nannte, verbeugte