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Israelitischer Jugendfreund · 1897-01-01 · 16 (1897) · p. Seite 249

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
3 (1897)
Issue
16 (1897)
Date
1897-01-01
Page
Seite 249 (sequence 9)
Language
German
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249 „Nun, sagen Sie mir, lieber Freund, wie gefällt Ihnen unsere Lukka?" „Lehr gut", entgegnete Hochfeld, „ich bewundere Ihre Geschicklichkeit im Anordnen all dieser Schönheiten, die dem Auge wie dein Herzen so wohl thun." „Der größte Teil dieser Anerkennung gebührt meiner Tochter", bemerkte der Hausherr, auf diese deutend. „Wein Fräulein," fuhr Hochfeld fort, sich an die junge Dame wendend, „mich setzt weniger ihr hoher Linn für Schönheit in Staunen, denn einen solchen muß ich schon bei Ihnen voraussetzen, als vielmehr Ihr Interesse für die Sache selbst." „Wissen Sie," entgegnete das junge Wädchen, „offen gestanden, das ganze Arrangement sollte für Sie eine Überraschung sein. In Ihrer Stellung ist es doch für Sie erforderlich, daß Sie Gelegenheit finden, ganz nach den Vorschriften unserer Religion leben zu können. Wir hatten in unserem ehemaligen Wohnorte alljährlich eine Laubhütte hergerichtet. Diese hier ist bei der Aürze der Zeit nur flüchtig zusammengestellt, doch denke' ich, wird sie auch in diesem Zustande ihren Zweck erfüllen. Dur gewährt sie eine herzliche Freude, und das Fest hat für nrich, nachdem ich seit langenr eine solche Hütte vermißt habe, eine viel höhere Bedeutung. „Auch für mich hat das gegenwärtige Fest eine höhere Bedeutung, denn je. haben sie doch unbewußt durch Ihre zarte Aufmerksamkeit ein gar schönes Stück meines Gebens sich wieder verjüngen lassen. Denn erfahren Sie, daß ich, seitdem ich meine Heimat verlassen, eine rituell hergerichtete Hütte entbehren nrußte, denn überall, wo* ich seither weilte, beobachtete man dieses Religionsgesetz leider gar nicht, obwohl es die gleiche Befolgung von uns fordert, wie jedes andere Gesetz. Zudem haben Sie die Zeit meiner ernsteil Jugend wieder lebendig in mir zurückgerufen." „Wo ist deiin Ihre heinrat?" fragte Almas Vater. „Wein heinratsort ist Z., ein Städtchen von dreitausend Einwohnern." „Leben Ihre Eltern noch?" „Leider bin ich vaterlos." „Und Ihre Wutter?" fragte die Hausfrau teilnahiiisvoll. „Sie ist seit meinen: zweiten Lebensjahre verscholleii." „haben Sie ein Lebenszeichen von ihr erhalten?" „Niemals. Alle Beinühungen zur Erforschung ihres Aufenthaltortes blieben erfolglos. Das Einzige, das ich von meiner verschollenen Wutter besitze und das ich als teures Andenken an sie hoch in Ehren halte, ist eiil altes Gebetbuch und ein Ring." „Wo verlebten Sie denn Ihre erste Jugendzeit?" „Im Hause lieber, treuer Nachbarsleute, die bestrebt waren, mir nach Wöglichkeit die verlorene Elteriiliebe zu ersetzen." „Leben diese noch?"

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