Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- 16 (1897)
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 247 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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247 Auch Hochfeld ging an der Seite des Herrn Goldstein dessen Behausung zu. Sie begaben sich jedoch nicht ins Wohnzimmer, sondern auf den Hof. Dort fand hochseld zu seiner freudigen Überraschung eine festlich hergerichtete Laubhütte vor, deren Thür weit zu seinem Gmpfange geöffnet stand und aus deren Innern ein hellstrahlender Lichterglanz ihm ein „willkommen zun: fröhlichen Feste" bot. Als Herr Goldstein die freudige Überraschung vom Gesichte seines Gastes las, rief er aus: „Ich sehe, der Zweck ist erfüllt. Diese Vorkehrungen sollten Ihnen, lieber Freund, in Wirklichkeit eine Überraschung bieten. hochseld vermochte kaum für solche Aufmerksamkeit einen Dank zu stammeln, eine so tiefe Rührung hatte ihn erfaßt, wie lange war es her, seitdem er in einer solchen Hütte geweilt. Seit der Zeit, da er auder trauten Heimat geschieden, hatte er eine solche Ginrichtung entbehren v äffen, die das jüdische Gemüt so sehr erhebt und den Israeliten an seine me ich' liche Schwäche und Gebrechlichkeit, aber auch an seine Opferpflicht laut gemahnen soll. Alar und deutlich traten im diesem Womente liebliche Bilder aus der Anabenzeit vor seine Seele; er fühlte sich plötzlich in: Geiste um ein Jahrzehnt zurückgesetzt, liebe, treue Seelen des Heimatsortes gegenüber stehen. Auch er war einst mit seinen Alters- und Schulgenossen unmittelbar vor diesem Festtage in Feld und Wald gezogen, um frisches Grün zur Ausschmückung einer ähnlichen Hütte herbeizuholen. Auch er hatte in Gemeinschaft mit ihnen mit kunstfertiger Hand die verschiedenartigsten Zierate geschaffen, um die Hütte damit auszustatten. Auch die Hütte, die er jetzt betrat, war von kundiger Hand aufs schönste geschmückt. An den wänden hingen verschiedene Bilder, die religiöse Stoffe darstellten, hier war die „Opferung Isaaks", dort „Daniel in der töwengrube" bildlich vorgeführt. Auch jenes Bild, auf das der Israelit, bevor er sein heiligstes Gebet zu verrichten beginnt, den ersten Blick wirft, um sich zu vergewissern, ob er auch mit den: Gesichte nach „Osten" gewendet steht, — „wisrach" — fehlte nicht. Sämtliche Bilder waren von bunten Aränzen umrahmt. Über dem Gingang war ein Schild angebracht, auf dem ein von kunstfertiger Hand gezeichnetes „wogen David" stand. In diesen: prangten in bunten Farben die Worte: „Und breite aus über uns die Hütte deines Friedens!" In der Witte der Hütte war ebenfalls ein „wogen David" angebracht. Dieser war geschickt aus Stäben gefertigt, die mit kunstvoll geschnittenem bunten Papier umwickelt waren. Die sechs Gcken waren nüt bunten Schleifen und roten und weißen Georginen geschmückt, zwischen den Gcken hingen vergoldete Apfel und Nüsse herab. Inmitten dieses „wogen Davids" hing