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Israelitischer Jugendfreund · 1897-01-01 · 16 (1897) · p. Seite 244

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
3 (1897)
Issue
16 (1897)
Date
1897-01-01
Page
Seite 244 (sequence 4)
Language
German
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— 244 — In des Aönigs Rock. Erzählung von I. herzberg. Verfasser der preisgekrönten Erzählung „David und Jonathan." (Nachdruck verboten). (Fortsetzung) (Alle Rechte Vorbehalten). Von der festen Zuversicht erfüllt, die Vorgesetzten würden auf sein religiöses Empfinden auch bei der Eidesleistung Rücksicht nehmen und ihn nicht zwingen, in einem christlichen Gotteshause die heilige Handlung zu vollziehen, begab sich Hochfeld in die Aantine, um das Frühstück einzunehmen. IDollt ihr, freundliche Leser, einen Blick in die Aantine werfen, so be' gleitet mit mir unfern Hochfeld dorthin. Gewöhnlich hat jedes Bataillon (eine Aantine, die von Soldaten verwaltet wird, welche hierzu abkommandiert werden, hier ist alles zu haben, was der Soldat nur braucht, und zwar für billiges Geld, hat er Hunger oder Durst, hier kann er die Bedürfnisse des Blagens befriedigen, braucht er eilten j?utzstock, IVichfe, h>utzpomade, Areide oder Fußlappen, Zwirn oder sonst irgend etwas — hier findet er alles, natürlich, wenn er mit seiner Löhnung haushälterisch untgeht, oder wenn er von seiner fürsorglichen Blutter oder liebevollen Schwester einen kleinen Zuschuß erhalten hat nnd er sich zunächst das Notwendigste, daun das Nützliche und erst zuletzt das Angenehme altzuschaffen weiß. Außer den Dienststunden herrscht hier tagsüber ein gar reges Leben und Treiben. Der eine Soldat ruft ungestüm nach einem Glas Bier, um seine durstige Aehle zu feuchten; ein anderer verlangt Butter, um seinem Aommißbrot den B)eg tiach dent Blagen zu erleichtern, ein dritter begehrt IDerch für feinen Putzstock, und so werden zu gleicher Zeit die mannigfachsten Blünsche laut, die aber alle befriedigt werden, sobald der Soldat „warten gelernt" hat. Die Kantinen werden sorgfältig überwacht, und von Zeit zu Zeit konnitt ein Msfizier dorthin, um sich von der Güte und preiswürdizkeit der verabreichten B)aren uitd davoit zu überzeuget:, ob die auf eiitem an der B)and hängenden Verzeichnis angegebeiteit Preise auch initegehalten werden. Eben hatte sich hochseld ein Glas Bier reichen lasten, als plötzlich ein durchdröhnendes „Achtung!" erscholl. Im Nu war das wirre Durcheinander verstummt, und in stratnmer Haltung blickten alle nach der Thür, durch die soeben der Blajor eingetreten war. „Rührt Euch", sagte er mit volltönender Stünme, nacbdem er seinen ttiusternden Blick über den Kantinenraum und dessen Insassen geworfeti; dieses von den Soldaten so gern vernominene Tolinnando brachte wieder Leben und Bewegung in die Gesellschaft. Der Blajor durchschritt langsam den Raum, hier itahm er dieses, dort jenes in Augenschein, den einen Soldaten fragte er ob ihm die lDurst schmecke, den andern, ob seine Löhnung itoch zu einer

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