Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- 16 (1897)
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 243 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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243 Gläubig 11116 voll Gottvertrauen Zieht er, 75 Mre alt, aus seiner Heimat Rr-Kasdim (in Babylonien) nach Kanaan; ihn begleiten sein weibSara, sein verwaister Reffe Lot 11116 alle sonstigen Zu ihm gehörigen Personen und seine Zahlreichen Herden. Jti Kanaan empfängt er von Gott die Zusage, daß seine Rachkommen das Land Kanaan besitzen werden. Alles dieses glaubt Abraham, obgleich er selbst 75, und seine Frau 65 siahre alt sind, also recht wenig Hoffnung haben durften, überhaupt noch Kinder Zu bekommen. Gr öurchZog nun dieses Land von Rorden nach Süden und errichtete auf seinen Zügen so manchen Altar Zu Ehren Gottes. Aber eine Hungersnot Zwang ihn bald, das Land Zu verlaffen und nach dein kornreichen Ägypten zu Ziehen, von wo er indes bald wieder nach Kanaan Zurückkehrt. Hier kam es nun mit der Zeit Zu hellen Streitigkeiten Zwischen den Hirten Abrahams und denen des Lot, da sie beide viele Herden hatten und die vorhandenen Weideplätze für beide nicht ausreichten. Da sprach Abraham, der als der ältere auch der nachgiebigere war: „Latz doch nicht Streit sein Zwischen mir und dir, und Zlvischen meinen und deinen Hirten, denn wir sind ja Brüder st. h: brüderlich verwandt). Liegt nicht das ganze Land vor Dir? So trenne dich doch von mir! Willst Du Zur Linken, so wende ich mich Zur Rechten; willst Du aber Zur Rechten, so wende ich mich Zur Linken." Edelmütig läßt also Abraham dem jüngeren Reffen die Wahl, und nur Frieden Zu bekommen; der wahrhaft Fromme ist immer friedfertig. Lot Zieht hierauf in die schöne und fruchtbare Gegend von Sodom, während Abraham nach Hebron Zieht, wo er sich niederlätzt und einen Altar erbaut. Es soll gewiß eine * Belohnung für seine Friedfertigkeit sein, wenn Gott gleich nach dem Weg- Zuge Lots dem Abraham die Verheißung wiederholt, er wolle seine Rachkommen zahlreich machen und ihnen das ganze Land Kanaan Zu dauerndem Besitze geben. So friedlich Abraham war, so war er doch nicht feige und sogar Zum Kriege bereit, als es sich darum handelte, dem Lot beiZustehen. Jw einem unglücklichen Kriege nämlich waren Sodom und 4 benachbarte Städte geplündert und die Einwohner als Gefangene fortgeschleppt worden: unter ihnen auch Lot. Als Abraham dies erfuhr, bewaffnete er seine Leute, 518 an der Zahl, und Zog mit einigen Bundesgenossen den Feinden nach, übersiel sie in der Rächt, nahm ihnen die Leute ab und befreite die Gefangenen. Als er heim- ' kehrte, sprach der König von Sodom Zu ihm: „Gieb mir nur meine Leute wieder, die übrigen Leute magst Du behalten." Aber Abraham hat sich niemals etwas schenken lnssen. Er hatte nur seinen Reffen befreien, nicht aber durch einen KriegsZug sich bereichern wollen; und von dem Könige der gottlosen Sodomiter wollte er vollends nichts annehmen. So Zeigt Abraham hier nicht nu die Treue gegen seinen verwandten, sondern auch seine v neigennützigkeit. (Schluß folgt.)