Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- 16 (1897)
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 242 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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242 Biblische Lebensbilder. von vr. V. kuttner in Frankfurt a. m. III. Abraham. Nach -er SiiuöjM hatten sich die Alenschen rasch vermehrt und über die Erde Zerstreut. Hierdurch entstanden Völkerschaften, die sich bald nicht nur in der Sprache, sondern auch in ihrer ganZen Lebensweise, in Sitten und Gebräuchen unterschieden. Aber auch die Kenntnis von Gott wurde immer geringer bei ihnen, und sie versanken Zuletzt in Aberglauben und abscheulichen Götzendienst. Am reinsten hatte sich die Kenntnis und Verehrung Gottes noch unter den von Sein abstammeudeu Geschlechtern erhalten, aber auch sie waren nicht frei von Götzendienst geblieben. Heißt es doch ^osua 24,2: „Und Jofna sprach Zum ganzen Volke: So spricht der Ewige, der Gott Israels: jenseits des Stromes wohnten eure Väter von alters her, bis auf Terah, welcher der Vater Abrahains und Nahors war, und sie dienten andern Göttern." So beschloß denn Gott, sich ein Volk Zu erziehen, welches den Gottesglauben rein erhalten und dadurch Zum Segen für alle anderen Völker werden sollte. Der Stammvater dieses Volkes aber sollte Abraham werden. Zu ihm sprach Gott: „Ziehe hinweg aus Deinen! Vaterlands und von Deiner Verwandtschaft und von Deinen: Vaterhause in das Land, welches ich Dir Zeigen werde, ^ch werde Dich zu einem großen Volke machen: Du sollst ein Segen sein: ich werde segnen, die Dich segnen, und wer Dir flucht, dein will ich fluchen; mit Dir werden sich alle Geschlechter der Erde segnen", d. h. durch Dich werden alle Geschlechter der Erde Segen enipfangen. Dieser Segen, der dem Abrahain noch öfter bei bedeutungsvollen Zeitpunkten wiederholt wird, erhalten später auch Jfaaf und Mob. Aber merket wohl: Obgleich Gott den Abraham und seine Familie auserwählt und besonders begnadet, so will er doch nicht bloß ein Zamuiengott oder nur der Gott des Volkes ^)sra> 'ein, sondern er denkt Zugleich au alle Menschen; denn der Segen, der vo.l Abraham ausgeht, soll allen Geschlechtern Zugute kommen; das Licht der wah.'eu Gotteserkeuntuis, die Religion Israels soll einst noch allen Menschen Zuteil werden. Aus der jamilienreligion ist später eine Volksreligion geworden und soll dereinst noch eine Meltreligion werden. So liegt in dieser dein Abrahani gegebenen Verheißung schon das Ziel ausgesprochen, welches nicht nur Israel, sondern alle Mewchen erreichen solleil und an das die Propheten später so oft erinnert haben. Abraham bewies durch seine ganze Lebensführung, daß er für diese Absicht Gottes der rechte Mann war, und öaruiu kann er für alle Zeit unser Vorbild sein.