Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- 15 (1897)
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 236 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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236 des besten Ausganges gewärtig; denn Rabbi Akiba versicherte es, mv& das XDort dieses allverehrten Volkslehrers galt für unfehlbar. Er selbst war einer derjenigen, die schon seit lange den Ausstand vorbereiten halfen. Die in den höhlen des Aarmelgebirges versteckten Massen wurden hervorgesucht, und Bar Aochba rüstete damit seine Mannschaft aus, die er mit großer Vorsicht auserlesen hatte. Jeden, der sich bei ihm zur Aufnahme meldete, ließ Bar Rochba erst Proben seines Mutes und seiner Standhaftigkeit ablegen, und auf diese Meise hatte er ein Heer zusannnen gebracht, in welchen! jeder Einzelne ein Held genannt zu werden verdiente. Nun wartete Bar Aochba nur noch auf eine Veranlassung, uni loszuschlagen. Auch eine solche fand sich bald, und zwar wie so oft in der Geschichte — in einem geringfügigen Vorfälle. Es war nämlich Sitte in Judäa, den Brautleuten auf dein Gange zur Trauung ein paar Hühner voranzutragen. Einst nahmen jedoch römische Soldaten in ihrem Ueberinute dieses hühnerpaar weg. Darüber wurden die Hochzeitsgäste erbittert, fielen über die römischen Söldlinge her, um sie für ihren Übermut zu züchtigen, und töteten sie. Hadrian, von diesem Vorfälle benachrichtiget, schickte Truppen nach der Stadt, in welcher man sich gegen seine Soldaten so vergangen hatte, und forderte die Bestrafung der Schuldigen. Die Einwohner verteidigten sich, und in kurzer Zeit war der Aufstand gegen die römische Bedrückung allgemein. Nun führte auch Bar Aochba seine Mannschaft den römischen Truppen entgegen. Allerorts mußten die letztem zürückweichen und überließen der Heldenschar Bar Aochba's einen Platz nach dem andern. Binnen Jahresfrist waren 50 Festungen und über 900 Städte in ihrer Gewalt. Solch glänzende Erfolge erfüllte alle Herzen mit niaßloser Freude. Die Juden sahen sich wieder im Besitze von ganz Galiläa, Samaria und Judäa, und auch Jerusalem war wieder in ihren Händen. Sie betrachteten nunmehr ihre Unabhängigkeit als hergestellt, und Bar Uochba galt als selbständiger Regent. Er ließ, wie einst Simon Makkabi, zum Andenken an den Befreiungskampf Münzen prägen und gab ihnen die Inschrift: „Zur Freiheit Jerusalems." Freiheit und Selbständigkeit waren somit errungen, und es galt nun, diese auch für die Zukunft zu sichern. Bar Aochba kannte seine Gegner, die Römer, und wußte wohl, sie werden es nicht ruhig hingehen lassen, daß ein Volksstamm, so gering an Zahl, sich ihrer Herrschaft entziehe. Er be« nutzte daher die Zeit, für den nahe bevorstehenden Verteidigungskampf die nötigen Vorbereitungen zu treffen. Er ließ Städte und Dörfer mit Mällen und Schanzen umgeben. Damit der Verkehr auch zur Zeit einer Belagerung nicht unterbrochen werde und die Zufuhr der Nahrungsmittel möglich fei, ließ er unterirdische Gänge von großer Ausdehnung graben und machte an verschiedenen Orten im tande geheime Eingänge in dieselben. Die größte Sorgfalt aber verwendete Bar Aochba auf die Befestigung Bethars. Diese Stadt war in Judäa, eine römische (= V* geographische) Meile vom mittel-.