Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- 15 (1897)
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 234 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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234 Metern weit trägt. Und mit der Eisenbahn geht auch der Brief, den ihr geschrieben habt, an den lieben Onkel oder die gute Groß,na,na, u,n euch womöglich mit einer Bitte in Erinnerung zu bringen. Ein Engländer war es, Rawland Hill, der den Gedanken faßte, das früher so hohe Porto für die Beförderung eines Briefes auf einen Penny herabzusetzen, und er sowie einige andere Engländer sind auch die Erfinder der Briefmarken gewesen, die zur Durchführung des Penny-Portos notwendig wurden. So wurden vor nunmehr vierundsechzig Jahren die Brief,narken in England „erfunden." Und da „,an sah, daß die Lache praktisch war, — man brauchte nur eine Marke zu kaufen und sie auf den Brief zu kleben — so ging man auch in den anderen Ländern dazu über, die alten hohen Preise für die Briefbeförderung abzuschaffen und eie billiges Porto mit Benutzung von Brieflnarken einzuhren. Auf England folgten in, Jahre \846 Nordamerika, \849 Frankreich, \850 Preußen, Oesterreich, Lachsen u. s. w. Alan begnügte sich natürlich nicht mit einer Sorte von Briefmarken, sondern gab — je nach dem Entgelt, das die Post für die Beförderung eines leichten oder schweren Briefes, einer Zeitung, eines Paketes rc. forderte — verschiedenwertige Marken aus. Auch führte man in einzelnen Ländern bald dieses, bald jenes Bild als Zeichnung auf der Brief,narke ein, was immer neue Markensorten schuf, war das Bild das Portrait des Herrschers, so mußten jedes Mal, wenn ein neuer Regent den Thron bestieg, neue Marken ausgegeben werden. Namentlich Spanien entwickelte eine große Thätigkeit auf diesem Gebiete; ,nan zählt seit 1350 über 400 verschiedene Arten spanischer Brief- ,narken. Zm ganzen sind in den vierundsechzig Jahren seit der Erfindung der Briefinarken viel tausende von Lorten zur Ausgabe gelangt, und ein Lamnüer, der sie alle in seinem Album vereinigt hat, wird etwa \2 000 verschiedene Marken besitzen. Ein solches Album ist aber wohl eine große Seltenheit, denn das bloße Sammeln bringt ein solches Resultat nicht zu stände, da n,uß man tüchtig Briefmarken kaufen und viel Geld ausgeben, denn eine große Zahl der alten Markensorten ist schon sehr selten geworden und steht hoch im Preise, wer aber geschickt ist und gute Freunde hat, mit denen er Marken, tauschen kann, auch wohl einen Papa oder einen Dnkel besitzt, der zu Oer-' setzung oder zum Geburtstag ein paar Seltenheiten schenkt, der kann immerhin. einige tausend Marken zusammenbringen, natürlich nicht auf einmal, sondern im Laufe der Jahre. Das nennt man denn auch Lanuneln, wenn eins zum andern konunt, und jeder neue Fund Freude und Genugthuung bereitet. Ein paar wichtige Regeln sollte jeder Sammler sich stets vor Augen halten. Er sammele einmal nur wirklich echte Marken — denn es giebt anch viele nachgemachte, namentlich auch unter den zum Verkaufe feilgebotenen Marken dann ferner nur gut erhaltene, ganze Exemplare, die ihre Zähne noch haben oder einen weißen Naturrand zeigen. Die dritte hauptregel ist die wichtigstes