Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- 15 (1897)
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 226 (sequence 2)
- Language
- German
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226 faltet. Aber wir beklagen auch mit öen gesetzestreuen Juöen öcn Abfall vom Glauben, dessen sich die sogenannten Hellenisten schuldig machen, wir kämpfen mit öen Makkabäern gegen griechischen vebermut und sehen voll Freude das Ausblühen des Staates. Aber die Zwietracht und der Unglauben lassen das Volk nicht Zur Ruhe koininen, und wieder ist es ein 9. Ab, an dem der Tempel in Asche sinkt und das Volk hinweggeführt wird von seinem Heimatlands. Doch ^uda ist nicht verloren, wenn auch der jüdische Staat für immer vernichtet ist. ^jn seinen Lehrhäusern ersteht ihm neue Kraft, neues Leben. Fast 60 ^ahre nach der Zerstörung des Zweiten Tempels erringt es unter der Führung hervorragender Helden des Geistes und des Schwertes scheinbare Erfolge. Doch der Römer Uebermacht und Hist und verrat brechenöiejüdischekraft vollends. Und Zuin dritten Mal ist der 9. Ab ein Unglückstag für Israel, da an ihm der letzte feste Platz in die Hände der Römer fällt. Jahrhunderte gehen vorüber. Jn allen Ländern wohnen ^uöen, bald aufatmenö unter milden Herrschern, bald nieöergebeugt und Zu Tode gemartert von verblendeten, geldgierigen Tyrannen, aber immer festhaltenö an dem Glauben der Väter. Besonders in Spanien sind sie glücklich, und während eines Zeitraumes von 700 fahren blühen Wissenschaft und Künste unter ihnen ungestört, während sie in fast allen Ländern geknechtet und verfolgt, ein gar trauriges Dasein führen. Aber öen glücklichen Tagen unserer Brüder in Spanien naht ein jähes Ende. Der 9. Ab des Wahres 1492 beraubt sie ihrer teuren Heimat. vier Jahrhunderte sind seit dein verhängnisvollen Tage der Vertreibung der ^uöen aus Spanien dahingerollt, wo man den Tstiden den Aufenthalt gestattet hat, haben sie sich stets als treue Bürger bewährt, haben sie der Mahnung des Propheten gemäß das Wohl des Landes zu fördern sich bemüht-und Zu dessen Sicherheit und Ehre nah Kräften beigetragen. wie sich nun unsere Zukunft auch gestalten mag, wir wollen unbekümmert um diejenigen, die aus Neid und Hatz uns die Freude an der Gegenwart vergällen wollen, uns stets als treue Söhne und Töchter unseres geliebten Vaterlandes bethätigen; aber der 9. Ab, der uns für alle Zeiten ein Trauertag sein wird, in hergebrachter weise: Durch Fasten, Gebet und verlesen der Klagelieder des Jeremias gedenken. R. Hirschfeld. Gott segne dich! Aus öeni Englischen von vr. H. Baar. (Schluß.) Betrachten wir Zuletzt noch Moses Sterbestunde. — ^eder weih, wie die Israeliten sich ihm wiöersetzten, wie seine edelsten Absichten dem hartnäckigsten widerstand begegneten, jedoch als seine letzte Stunde gekommen war, hatte er alle ihm Zugefügte vubill vergessen.