Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- 14 (1897)
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 216 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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216 stets nicht minder gewissenhaft und treu die Gebote seines Königs erfüllen. Ich stelle es Ihnen daher frei, sofort aus der Ulenage zu treten. Ich habe daran nicht gedacht, daß ihr Religionsgesetzt nieinen jüdischen Leuten verbietet, in der Menage zu essen. Ich werde es nun auch diesen freistellen, sich selbst zu beköstigen." Mit welch freudiger Genugthuung nahm Hochfeld die'Eröffnung seines Hauptmanns entgegen! Mas er kaum für sich zu erwirken gehofft, hatte er nun auch für feine Glaubensbrüder in des Königs Rock erlangt. Hochfeld wollte die augenblickliche gute Stimmung seines Vorgesetzten ausnutzen, und erbat sich die Erlaubnis, in der StciM ein Quartier für eigene Rechnung beziehen zu dürfen. Aach diese Erlaubnis ward ihnr sofort erteilt. Darauf verließ der Haupt,nann die Stube. Es war auch die höchste Zeit, denn die Ungeduld der anderen iteute war aufs höchste gestiegen. Die verlockende Suppe in den Schalen begann einen inuner tiefer sinkenden Wärmegrad anzunehmen. Hochfeld eilte daher von dannen, um den berechtigten Borwürfen der Kameraden zu entgehen und begab sich alsbald in die Kantine, um dort ein einfaches Mittagsbrot einzunehmen, das nicht im Stande war, irgend welche Gewissensbisse in religiöser Hinsicht hervorzurufen. _ (Fortsetzung foluit.) Die Urwälder, der Giftbauin und das Giftthal auf Dava. Zwei sehr verschiedene Bäume wachsen in jenen noch wenig besuchten Urwäldern Javas. Nur mit Feuer und Axt bahnt man sich einen weg durch das undurchdringliche Geflecht der Schlingpflanzen, der Paullinien mit ihren mehrere Fuß langen, traubengroßen, scharlachroten Blüten, der Bissusarten, auf deren weithin kriechenden wurzeln die wunderbare Riesenblume der Raflesina wuchert. Palmen mit Stacheln und Dornen, schilfartige Gewächse mit schneidenden Blättern weisen den Eindringling sogar mit gefährlichen Waffen zurück, und überall im Dickicht wohnen die gefährlichen Nesselarten. Dazu konunen große, schwarze Ameisen, zahllose Schwärme quälender Insekten. Auf diese Hindernisse folgen noch die dichten Büschel der oft 50 Fuß hohen, armdicken Bambusstämme, deren feste, glasharte Rinde selbst der Axt wider, steht. Endlich offnen sich die majestätischen Dome des eigentlichen Urwaldes. Riesengroße Stännne des Brotfruchtbamnes, des eisenfesten Thekholzes, der Üreguminosen mit ihren prachtvollen Blütenbüscheln, der Barringtoinen, Feigen und Lorbeeren bilden die Säulen, welche das dichte, grüne Gewölbe tragen. Bon Ast zu Ast springen die munteren Scharen der Affen, den Wanderer mit Früchten werfend. Bon einen, moosumwachsenen Felsen erhebt sich ernsthaft,