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Israelitischer Jugendfreund · 1897-01-01 · 14 (1897) · p. Seite 211

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
3 (1897)
Issue
14 (1897)
Date
1897-01-01
Page
Seite 211 (sequence 3)
Language
German
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211 3it des Königs Rock. Erzähl^ig von' I. Herzberg. Verfasser der preisgekrönten Erzählung „David und Jonathan." (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) (Alle Rechte Vorbehalten.) Es bedarf wohl nicht der Erwähnung, daß die Soldaten bei ihrem Eintritt in das Heer nicht die besten und schönsten Kleidungsstücke erhalten. Nach ihrer Güte und ihrem Aussehen unterscheidet man 5 Garnituren. Die erste und zweite Garnitur erhalten die Soldaten zu Paraden und im Kriege, die dritte zum Ausgehen an Sonn- und Feiertagen, die vierte zum Exerzieren und endlich die fünfte zur Arbeit. Bei seinem Eintritt in die Kammer wurde Hochfeld seitens des Eapitaind'Armes, wie der die Ausrüstungs- oder Wontierungskammer verwaltende Sergeant genannt wird, mit einem spöttischen tächeln empfangen, und er rief ihm entgegen: „Na, Sie Schulmeister, Sie wollen nun wohl Ihren Staat in Empfang nehmen. Kommen Sie nur, ick habe etwas janz Apartes für Sie ausgesucht. Sie werden Ihre Helle Freude dran haben." Während er diese Worte sprach, holte er aus einer nahen Ecke einige an der Erde liegende Beinkleider hervor. Dieselben Hochseld überreichend, fuhr er fort: „Nun heran ans Werk! Suchen Sie sich nur eenen aus von diesen kostbaren pantalons. Is det nicht was Außerordentliches in seiner Art?" Ein flüchtiger Blick auf diese Kleidungsstücke genügte, um zu erkennen, daß dieser Wann ganz die Wahrheit gesprochen, denn die Gegenstände waren in der Chat einzig in ihrer Art sowohl bezüglich ihrer Größe, als auch ihrer Form und ihres Aussehens. Da Hochfeld zögerte, eins der Beinkleider anzunehmen, reichte ihm der Sergeant ein Exemplar mit den Worten „Hier haben Sie een Prachtexemplar, an der Vorderseite so blank, daß Sie det Geld for'n Spiegel sparen könnten." Das Beinkleid war zu lang, und Hochfeld gab es daher zurück. „hier ist eene andere Nummer," rief der Sergeant, „die wird jedenfalls passen. Det Ding hat freilich an beeden Knieen eenen großen Flicken, doch kann ihn det nur zur Zierde gereichen." Wohl oder übel mußte Hochfeld dieses Garderobenstück, da es paßte, entgegen nehmen. Ach, wie vielen vor ihm mochte diese Hose schon ein treuer Begleiter durch Freud und teid gewesen sein! Wie mancher vor ihm mochte in diesem Kleidungsstücke schon gewandert sein vom Exerzierplatz zum Schießplätze, von der Wache zur Parade, aus der goldenen Freiheit ins dunkle Arrestlokal, um entweder eine Pflichtvergessenheit oder eine Keckheit bei Brot und Wasser zu

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