Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- 14 (1897)
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 210 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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210 jc6cti 5rdtcu)-2lbcn5 06er am Sabbath-Aloraeu über öic Kinder auszusprechen pflegte, kein anderer Segen machte einen stärkeren Eindruck auf das Gemüt de5 Rindes, als dieser regelmäßig wiederkehrende Sabbathsegen, das sogenannte „Menschen". Die Gesichter strahlten vor Glückseligkeit, wenn des Vaters oder der Alutter Hand segnend auf seinem Kauple ruhte. Vagegen wurde keine Strafe mehr gefürchtet als die, daß dem Kinde für ein vergehen im Kaufe der Rio che das Recht entzogen wurde, hervorzutreten, um den elterlichen Segen Zu empfangen. Alan hatke den Glauben, daß ein Geil von Gottes Geist auf den Eltern ruhe, daß unter der Alacht dieses Einflusses das gesegnete Kind besser, edler und glücklicher werde. Alit dem elterlichen Segen ausgerüstet, wunderte das Kind sicherer, Zielbewutzter den Pfad des Kebens dahin, Kummer und Drangsal konnten es nicht niederbeugen, Versuchungen widerstand es, auf dem Krankenbette fand es Erost und Hoffnung; verlieh es seinen heimatlichen Herd, gab ihm des Vaters oder der Alutter ,,J’worechecho“ das Geleite. Dieses „J’worechecho“ begleitet den ^uden auf seinem ganzen Kebenswege. Akt „EKvoreAieolio" wird das Kind in de'- Familie Israel bewillkommnet; es wird über unsere Barmitzwaknaben ausgesprochen und verleiht dem Grauungsakte seine weihe und Heiligung. „Der Herr segne dich!" waren des Vaters und der Alutter letzte Worte, als sie auf ewig schieden. was für eine Bedeutung man dem Segen in früherer Zeit beilegte, lehrt uns die heilige Schrift. Abrahams Wegzug von seinen: Geburtsorte und seinen Einzug in ein neues Kanö segnete Gott mit jenen denkwürdigen Worten: „wer dich segnet, soll gesegnet sein; wer dir flucht, soll verflucht sein." And das große versprechen, das Gott Abraham gab, und auf welchen: unsere ganze Geschichte und Bestimmung beruht, war: Durch dich sollen alle Völker der Erde gesegnet sein, und wo immer du auch gehest, sollst du zun: Segen werden. Aber auch den B'ieden und die Eintracht in: Hanse Isaaks störte einst der Segen. Gb Esau auf Grund des Rechtes seiner Erstgeburt der wahre Vertreter der veberlieserungen seiner Hanülie und der priesterlichei: würde hätte sein können, darüber ist kein Zweifel, das sagt uns sein ganzes Wesen, wie den: aber auch sei, jedenfalls bleibt die schöne Ghatsache, daß Esau, der rauhe, wilde Esau, sich über den Verlust des Segens seines Vaters nicht zu trösten vernichte. And welch erhabenes Bilö bietet uns ^acob auf seinen: Sterbebette! Zwölf Söhne um das Bett des sterbenden Vaters versanuuelt, lauschen feinen letzten Worten, die so voller Güte und väterlicher Kiebe sind. (Schluß folgt.)