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Israelitischer Jugendfreund · 1897-01-01 · 13 (1897) · p. Seite 201

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
3 (1897)
Issue
13 (1897)
Date
1897-01-01
Page
Seite 201 (sequence 9)
Language
German
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201 aus ihrer Friedensstätte Deborah, beruft einen tapferen Helden, Barak aus Kedes-Naphtali, zur Bildung und Führung eines Heeres, indem sie ihm dabei eröffnet, daß diese Sendung im Namen Gottes geschehe, dem Bus also umgehend Folge geleistet werden müsse. Die Botschaft, die sie an ihn richtet, lautet: „Der Ewige, der Gott Israels, gebietet Dir: Ziehe hinauf nach dem Berge Tabor und nimm Dir zehntausend Mann von den Söhnen Naphtali und Sebulon. An dem Fluß Kison werde ich Dir den Lisera, den Heerführer Iabins, und seine wagen samt seiner Volksmenge zuführen und sie in Deine Hand geben!" Obschon hier dem Helden die Gewißheit des Sieges verheißen wird, erwidert er jedoch der Deborah: „wenn du n;it mir gehst, so gehe ich; wenn du dich aber weigerst, so gehe ich auch nicht." Dieses kurze Zwiegespräch zeigt uns die Heldin in ihrer ganzen Größe. Sie halt zunächst diesen Krieg für einen Gotteskampf, für einen heiligen Krieg, weil er der Verteidigung des Vaterlandes galt, dem sich daher niemand entziehen dürfe. Darum trägt auch die Berufung des Barak den Tharakter eines höheru Entschlusses, einer umnittelbaren Weisung Gottes. Das anfänglich unentschlossene Auftreten dieses erkorenen Kriegshelden erklärt aber nicht allein die bereits geschilderte Lage der Stännne, sondern legt zugleich das beredteste Zeugnis ab von der hohen Meinung, welche inan von der Prophetin hatte. Deborah wird als der Schutzgeist angesehen, unter dessen Obhut das so schwere Unternehmen gelingen müsse. In der That nmß ihr Erscheinen aus der Kampfesstätte einen gar gewaltigeil Eindruck geiiiacht haben. Die bis dahin wailkelniütig gewesenen, uneiitschloffeneil Stänline konnten nicht länger in ihrer Zurückhaltung verharreil; sie raffteil sich zu einer Helden,nütigcn Verteidigung des so hart bedrückteil Vaterlandes auf und kämpften Löwen gleich. Der Kanlpf auf dein Berge Tabor nniß ein furchtbar zerstörender gewesen sein, deiin der Feind ward gänzlich verilichtet. Sein Feldherr floh, die Kriegsgeräte als Siegesbeute zurücklassend. Die Prophezeihung der Deborah sollte sich all ihm in erschreckender weise erfüllen. Ein kenitisches Weib, deffeil Volksstanuil von jeher mit Israel in Freundschaft lebte, Iaöl, lud den totinüden, auf der Flucht begriffenen feindlichen Feldherrn in ihr Zelt ein, labte ihll uild bereitete ihn, ein Lager. In einen tiefeil Schlaf war der von Angstschweiß triefende Krieger gefalleil — da ergreift Iaöl deil Zeltennagel, versetzt dem Schlafenden eineil gewaltigeil Stoß in die Schläfe, so daß er alsbald inl Todeskainpfe scheidet. Durch die Hand dieses nlutigeil Weibes war der so gefürchtete Häuptling gefalleil. Deal ihiil ilacheilendeii Barak konnte Iaöl triulnphierend zurufen: „Konlin, ich werde dir den Mann zeigeil, deil du suchst!" Diese meuchelmörderische That der Kenitiil, so verurteilenswert sie auch

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