Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- 13 (1897)
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 199 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Auf dem Buhnhofe in O. wurden die sieben Baterlandsverteidiger von einem Unteroffizier in Empfang genommen und nach einigen Streifzügen durch die Stadt M., wobei der Führer ihnen die Sehenswürdigkeiten O's, besonders die Gastwirtschaften zeigen zu müssen glaubte, in die Kaserne geleitet. Diese, mit zwei Bataillonen des vierten Infanterieregiments belegt, war ein altertü,uliches Gebäude, dessen altersgraue, hierund da mit Kloos bewachsene Ulauern die Ankommenden recht griesgränüich anschauten, als ob sie sich ärgerten über den eigenartigen Zuwachs ihrer Besatzung. Es muß hier hervorgehoben werden, daß dieses Gebäude ehemals ein Mönchskloster war, das die Neuzeit in eine Kaserne umgewandelt hat. Auf dein Kasernenhofe wurden die sieben Ersatzrekruten, wie die Schullehrer bezeichnet wurden, von einem Sergeanten empfangen, dem ihre militärliche Ausbildung übertragen war. Dieser, ein alter Haudegen, hatte schon vierzehn Dienstjahre hinter sich, und sein strenges Aussehen gab wenig Hoffnung auf ein freudenreiches Dasein während der kommenden sechs Wochen. Er führte feine Zöglinge, nachdem er Öcrcit Namen sich notiert hatte, nach der Kleiderkammer, woselbst die Einkleidung vor sich gehen sollte, hier sollte die Umwandlung bewirkt, die letzten Anhängsel des Eivilstandes abgestreift werden und eine in verschiedenen Farben schillernde Soldatenfigur zum Borschein kommen. Wünschest du, lieber Leser, zu erfahren, wie eine solche Einkleidung vor sich geht? Nur derjenige, welcher selbst die nähere Bekanntschaft mit dem „zweierlei Tuch" gemacht, weiß die Bedeutung und Wichtigkeit dieses denkwürdigen Aktes zu ermessen. Begleiten wir daher unfern Freund Hochfeld auf die „Kammer" um seiner Einkleidung beizuwohnen. _ (Fortsetzung folgt.) Deborah.*) Bon B. Iacobsohn. Ihren Mund thnt sie auf mit lveisheit, Und milde Lehre ist auf ihrer Zunge. (Sp. K. 31, v. 26.) Der Gottesmann Klose war tot. In heißem, blutigem Kampfe hatte sein Jünger und Nachfolger Iosua das ersehnte Land Kanaan erobert und es unter die einzelnen Stämnie als Erbgut verteilt. Mit ermahnenden Worten an das Bolk schied auch dieser mutige Führer vom Schauplatze seiner ruhmvollen Thätigkeit, das kaum zu einer Einheit gestaltete Stämmereich ohne Oberhaupt zurücklassend. Zerfahrenheit herrschte unter den Stämmen, so daß die räuberischen Einfälle der Nachbarvölker nur sehr schwer zurückgedrängt werden konnten. Die wenigen hervorragenden Männer, denen wir in der Zeit der Richter u Uns : „Biblische Hrauengestalten," von 23. Iacobsohn. Verlag von Mskar Leiner in Leipzig. Vreis eleg. gbd. 5,— Mark.