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Israelitischer Jugendfreund · 1897-01-01 · 12 (1897) · p. Seite 187

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
3 (1897)
Issue
12 (1897)
Date
1897-01-01
Page
Seite 187 (sequence 11)
Language
German
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187 bratenen Tauben in den 2ttuii6 trotz dem Sprichwort: „Ts fliegen keinem ge^ bratene Tauben in den Mund." — (Es kommt aber nicht selten vor, daß alle Mühe und Arbeit vergeblich; denn „der Mensch denkt, Gott lenkt" — „wo Gott nicht giebt Glück und Gunst, ist alle Blühe und Arbeit umsonst," „an Gottes Segen ist alles gelegen." viel öfter trifft es sich, daß der Schläfer fein Glück verschläft; denn „ein schlafender Fuchs fängt kein Huhn," und hat er es auch (das Glück) ohne Blühe erlangt, so läßt ers wohl wieder so leicht davonlaufen, wie es gekommen, nicht achtend der Sprichwörter: „Gott giebt wohl die Kuh, aber nicht den Strick dazu" — „Das Glück hilft denen nicht, die sich selbst nicht Helsen." vermittelnd zwischen alle diese Sprichwörter tritt in seiner Einfachheit das schöne und wahre Wort: „Thu' nur das Rechte in allen Sachen, das Übrige wird sich schon von selber machen!" — handelst du darnach, konune es gut oder schlecht, du bist deines Glückes Schmied; denn , du bist zufrieden mit dir selbst, in dem frohen Bewußtsein, das Rechte gethan zu haben, und „der Zufriedene ist glücklich." „Kleider machen Leute." Ihr Männer der Tugend, ihr Edlen und Tupfern, ihr Gelehrten und Weisen, schafft euch vor allem einen anständigen Rock auf euren Leib, wenn ihr in der Welt euren vollen Wert behalten wollt. So mancher ehrenwerte Wann wird in seinem abgeschabten Rock ohne Rücksicht bei Seite geschoben, und das kann nian den schwachen Menschenkindern nicht verargen, da sie doch nicht wissen können, welcher Schatz in in dem unscheinbaren Kittel verborgen ist; denn „der Mensch sieht, was er vor Augen hat." Oder wolltet ihr darauf pochen, daß/uer Wert auch ohne das bischen Glanz in die Augen fallen, und daß jeder bei eurem Anblick bald daran denken müsse, die ordinäre Schale enthalte einen um so köstlicheren Kern! — Die Welt verlangt einmal ein anständiges Außere. Siehst du nicht wie aller Augen sich dort nach jenem Manne, der in prächtiger Kleidung gravitätisch daherschreitet, hinwenden? Gewiß ein vornehmer Herr, ein bedeutender Mann. Man drängt sich nach seiner Bekanntschaft, aber ach „es ist nicht alles Gold, was glänzt," der Schein trügt," und man sagt von ihm: „Das Kleid macht nicht den Mann." Zu dem einen sagt man.' „Kleider machen Leute." hülle deine Tugend auch in ein anständiges Gewand. Zum andern wieder spricht man: „Das Kleid macht nicht den Mann." Du kannst damit deine Fehler und Schwächen, deine Thorheiten und Laster nicht verdecken, denn: „Goldener Zaum macht das Pferd nicht besser," sagt das Sprichwort.. „Durch Fragen wird man klug," das weiß jeder, der die redliche Absicht hat, klüger zu werden; denn wer sich zu fragen schämt, bleibt stets im Dunkeln, und „wer da glaubt, der Weiseste zu sein, ist zum mindesten ein halber Barr."

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